Wednesday, 3 April 2013

PEACETANBUL im Karoviertel

Peacetanbul - ein Restaurantname, der mich zu 1000 % abhaelt dieses zu besuchen. Es sei denn ich bin gerade in der Gegend, habe exorbitanten Hunger, sehe daher den Restaurantnamen nur in verschwommenen Zuegen und uebertrete mit letzter Kraft die Tuerschwelle.

Oder ich bin gewohnt prinzipienuntreu und lasse mich ueberreden.

Der erste Eindruck war...verwirrend. Glassteinchen und Spiegelscherben an den Waenden, bemalte Tische, gedaempftes Licht, da ein Pflaenzchen oder war es eine Fata Morgana, ein Lammfell zum Draufsetzen, ein Lammfell mal einfach im Raum ausgelegt, es war derartig durcheinander, dass mir schwindelig wurde - ein Negativbeispiel fuer Unruhe im Raum.

Die Speisekarte kam in alten Vinylcovern daher und war relativ uebersichtlich und leider wieder mit unzaehligen koerperlich nahezu unertraeglichen Wortspielen à la Peaceburger oder Milchreis mit Peacetazien uebersaet. Schon mal 2 Gerichte, die ich nicht bestellen werde.

Da der (mein) Hunger nicht allzu groß war entschieden wir uns zu viert fuer die groeßte der Vorspeiseteller und zusaetzlich, nicht fuer mich, 2 Peaceburger mit Hacklava, einem mit Schafskaese beigemengten Rindfleischpatty.

Sonne ueber Hamburg.


Der Vorspeisenteller war ein Bild von einem Bild von einem Vorspeisenteller. Fast schon zu schade, um die Harmonie zu zerstoeren, aber dann auch wieder zu triebgesteuert, um nur vom Anschauen satt zu werden. Die kleinen Schaetze wurden mit teilweise warmen koestlichen, aber auch mit steinharten Brot serviert - ganz im Sinne der Hui-Hott-Einrichtung. Sicher identifiziert wurden:

- Hummus
- Rote Beete Mus
- Kartoffelsalat tuerkischer Art
- Bulgur
- Joghurt-Kraeuter-Dip
- Tomatenmus
- ...und eine unglaublich leckere, weiße, reichhaltige Creme, die unidentifizierbar war.

Was uns zum groeßten der Kritikpunkte bringt: der Service. War der Kellner bekifft? Retardiert? Oder einfach nur ein Hipster ohne Nerdbrille? Diese absolut aufgesetzte Laessigkeit, diese unbegruendete Arroganz, dieses Gebilde, welches den Fake aus allen Poren verspruehte, war der mir wohl am schnellsten unsympathisch gewordene Mensch, der mir seit langem begegnet ist. Der mich sogar davon abhielt nach der Zusammensetzung oder zumindest der Hauptzutat der Weißen Engelscreme zu fragen, weil ich und wir alle darauf bedacht waren moeglichst wenig Augen- bzw. denn Wortkontakt mit ihm aufzunehmen. Was nicht sonderlich schwierig war, da er mehr durch Abwesenheit glaenzte und sich auch mit dem Servieren der Getraenke und Speisen reichlich Zeit ließ. Oder ganz vergaß, je nach aktuellem Gemuetszustand des werten Herrn.


Sofort - Wortbedeutung nachschlagen.



FAZIT: Das Essen war ausgezeichnet, von Vorspeisenteller, ueber Hamburger bis zum XL-Habibi Salat. Der Service dagegen unterirdisch. Selbst beim Fazit kann man hier nicht zur Ruhe kommen.




Peacetanbul
Karolinenstr. 14
20357 Hamburg

Dieses Restaurant hat keine Webpraesenz!

Vorspeisen (groß/groeßer/am groeßten): 8 - 15 €
Burger: 6 - 8 €
XL-Salat: 8 €

Tuesday, 26 March 2013

HANS IM GLUECK in Ruettenscheid

Neues aus der Kategorie Essen.in.Essen!

Trotz des verheißungsvollen Namen ist die schoenste Stadt im Ruhrpott ja nicht unbedingt wegen ihrer kulinarischen Genuesse bekannt, sondern mehr fuer die den Feinstaub in der Luft, welcher ihr eine ganz besondere Wuerzigkeit verleiht. Aber auch das kohleschwarze Essen kann sich der Gentrifizierung nicht entziehen und so entwickelte sich der Stadtteil Ruettenscheid in den letzten 10 Jahren zu einem hippen Viertel fuer die gutverdienende Generation 25-35 mit guten und bezahlbaren Restaurants, allerlei kleiner Schnickschnacklaeden, deren bunten Schaufenstern man nur schwer widerstehen kann und zahlreichen schicken Bars (die schaebigen Hamburger Sofabars à la "Wir machen auf gemuetliches=abgeranztes Wohnzimmer" gibt es hier gluecklicherweise nicht!).


Ein Suchbild.


Das HANS IM GLUECK befindet sich mitten im Trubel und verspricht Momente des Gluecks beim Genuss ihrer Burger. Wenn das mal kein Versprechen ist. Die Innendeko hielt dieses Versprechen schon mal: Gleich beim Eintritt fuehlt man sich wie auf eine oesterreichische Alm versetzt inklusive kleinem Lichtgarten im hinteren Bereich des Restaurants.

Der Trend geht zwar zum puristisch-sauberen Restaurant mit gedaempften Licht, in dem das Essen die Hauptrolle spielen soll, es aber nicht immer tut, das Hans im Glueck widersetzt sich dem, mit jeder Faser und jedem Birkenast. Hier gibt es lauter kleiner Kleinigkeiten, hier und da und ueberall, es ist einfach voll und wirkt daher recht "unruhig", was einigen Menschen missfallen koennte. Mir gefiel es außerordentlich gut, weil man mit einem aufmerksamen Auge ueberall kleine liebevolle Details entdecken konnte, wie in einem Pixar-Film.


Burger unter Birken.


Es ist alles ein bisschen individueller, ein bisschen liebervoller gestaltet als all die unpersoenlichen, vermeintlich edlen Restaurants.

Dieses Konzept setzt sich auch in der Speisekarte fort, in der zum Teil wirklich kuriose Bezeichnungen zu finden sind.


Es war einmal...


Zur Wahl stehen:

- Vegetarische Burger
- Brotlose Burger
- Burger-Burger, bei denen man zwischen Sauerteig-, Vollkornbroetchen oder Sesambagel waehlen kann

Ich waehlte einen brotlosen Hoffnungstraeger, weil die/der zuletzt stirbt, meine Begleitung einen Burger mit Kaese und Speck im Vollkornbroetchen.


Burger am Spieß.


Salat? Pommes?


Es ist schuechtern.



Die Burger kamen fix und wunderbar angerichtet auf den Tisch. Ein Burger ohne Brot ist schon eine eigenartige Sache und so kam der Tag, an dem ich einen Burger mit Messer und Gabel essen musste. Aber was war er lecker. Die Hans-im-Glueck-Sauce, mit der jeder Burger serviert wird, ist zwar vegan, aber erstaunlich lecker und passte perfekt sowohl zum Salat als auch zu den Pommes. Diese waren leider anders auch nicht genießbar. Waren sie gebacken anstatt frittiert? Das mag ja gesuender sein, aber macht sie nicht geschmackvoller, sondern fad und unspektakulaer, besonders weil sie nicht mehr heiß waren. Da der Burger aber schon sehr saettigt, kann man durchaus auf die Fritten verzichten. Aber ich esse doch so gerne Pommes...


FAZIT: Das Hans im Glueck ist eine Kette aus Muenchen, die es ueber Koeln und den Ruhrpott eines Tages bestimmt auch nach Hamburg schaffen wird. Wer haette das gedacht von einer Muenchener Ausgeburt! Die Burger sind ausgezeichnet, die Innendeko phaenomenal und der Service aufmerksam, gekroent von einem sehr guten Preis. Einziger, aber signifikanter Kritikpunkt sind die Pommes. Wenn das eines Tages noch verbessert wird, habe ich einen neuen Burgerliebling. Pardon, Hatari.




Hans im Glueck
Ruettenscheider Straße 203
45131 Essen

http://essen.hansimglueck-burgergrill.de/

Burger: 7 €
Mittagsmenue (Burger + Fritten + Getraenk + Kaffee): Burgerpreis + 4 €
Abendmenue: (Burger + Fritten + Cocktail): Burgerpreis + 7,50 €
Cocktails: 8 €

Tuesday, 5 March 2013

BISTRO TATI in Eimsbuettel

Kaum brechen die ersten Sonnenstrahlen durch, stroemen die Menschen in die Hamburger Cafés. Hat sich ja auch nur 3 Monate Zeit gelassen, der Herr Fruehling. Die Baenke der Schanzencafés drohten unter den Menschenmassen zu bersten, die gierig ihre Alabasterhaut (bzw. fahle Winterhaut) gen Sonne streckten und sowohl UV-Strahlen, als auch Heiß- und Kaltgetraenke in sich aufsaugten.

Um dem Trubel zu entfliehen, probierten wir ein Café, welches nur ein paar Straßen in die genau andere Richtung liegt und mir schon vor langer Zeit von Frau M. empfohlen wurde. Ein wenig versteckt und dann doch wieder ganz unversteckt neben dem GLORIA gelegen, entdeckten wir ein kleines franzoesisches Fleckchen Paradies, fernab der voellig ueberfuellten Massenabfertigungsanlagen.

Frische Sonne im Tee.

Nun war das Wetter einfach zu schoen, um IM Café zu sitzen, wenngleich der erste Blick hinein den frankophilen Teil in mir entzuecken ließ. Draußen stehen allerdings nur 2 Baenke, an welche optional ein kleiner Tisch angestellt werden kann. Aber wer braucht schon sowas, wenn die Sonne scheint.


Café au soleil.

Ich bin im Grunde kein Kaffeetrinker, aber selbst meine in dieser Hinsicht ungeschulte Zunge bemerkte die großartige Cremigkeit und das vollmundige Aroma dieses Gebraeus. Oder war es doch die Sonne?



FAZIT: Einer der charmantesten Plaetze in Hamburg und voellig zu Unrecht von mir bisher unentdeckt. Da wir jedoch nur eine kurze Kaffee-Pause einlegten, blieben die kulinarischen Koestlichkeiten unprobiert. Die Karte reicht von raffinierten Suppen ueber herzhafte Galettes zu sueßen Crepes, sowie (alkoholischen) Heiß- und Kaltgetraenken und daher sicherlich auch mal einen sommerabendlichen Besuch wert! Das Bistro Tati bietet naemlich auch kulturelle Events wie Musikabende oder Lesungen an.

Ich werde wiederkommen. Und dann Galettes und Crêpes testen. Mit Bindewort und im Plural!




Bistro Tati
Bellealliancestr. 35
20259 Hamburg

http://www.bistro-tati.de

Galettes: 8 - 10 €
Crêpes: 3 - 5 €
Café/Tee: 2 - 3 €

Friday, 1 March 2013

ECLAIR AU CAFÉ in Altona

Was ist eigentlich los in Altona? Geht denn hier niemand mehr am Freitagmorgen um halb 10 arbeiten, sondern lungert auf den Sitzen der Cafés rum, auf denen ich mich rumlungern will?

Das Café Knuth, unser eigentlicher Zielort war zum Bersten gefuellt, aber jeder ist ersetzlich, auch Knuth. Sodenn fanden wir gleich um die Ecke ein kleines Café, an dem ich beispielsweise mangels Aufmerksamkeit schnurstracks vorbeigelaufen waere, dank Begleitung und daher doppelter Anzahl von Augen, aber entdeckte! Welch Zufall, dass genau in dem Moment da wir eintraten, ein Lesben- oder Freundinnenpaaerchen austraten und somit einer von ganzen 2 Tischen frei wurde.

Es ist ein sehr sehr kleines Café, man steht quasi schon beim Eintritt an der Theke ueber welcher auf einer Tafel die angebotenen Speisen und Getraenke stehen und hinter welcher der wohl charmanteste, da franzoesische Caféinhaber stand. Ich nannte ihn innerlich Jean-Pierre, nein Jean-Luc. Wahrscheinlich hieß er Gerhard und kam aus dem tiefsten Osten, aber er sprach dieses franzoesisch akzentuierte Deutsch, welches ganz ohne "H"- und Umlaute auskam und uns veranlasste, wann immer es moeglich war unser bestes Schul-Franzoesisch einzubauen ("Et boum, c'est le choc" und "Arthur est un perroquet." sowie "Voulez-vous couchez avec moi?").

Ich waehlte ein Petit Sandwich, welches etwa einem Viertel Baguette entspricht, mit Huehnchen und einen kleinen Café au lait, welcher anderswo einem Großen entspraeche.

Glueckliche Huehnchenteile im Gruenen.


Die Baguettes werden nicht direkt frisch zubereitet, sondern liegen bereits vorbereitet im Kuehlschrank. Wann soll Jean-Luc das auch tun, das Damenbecircen ist eine zeitraubende Sache und definitv von hoeherer Prioritaet. Dennoch gab es geschmacklich nichts zu bemaengeln, was bei Huehnchen, Tomate, Salat und Mayonnaise auch nicht zu erwarten war. Das Baguette war frisch und knusprig, ebenso schienen es auch die restlichen Zutaten zu sein.


FAZIT: Mehr eine Einrichtung fuer den schnellen Café au lait und einen Brioche oder Sandwich zwischendurch oder zum Mitnehmen als ein Ort, um lange zu verweilen. Das Eclair au Café nennt sich ja auch Boulangerie/Pâtisserie.
Bis auf einige Pâtisserie-Spezialitaeten (die namensgebenden Eclairs, Opéra-Schnitten, Macaroons etc.), die mit Preisen ab 3 Euro doch ein wenig hoch, aber wahrscheinlich dem Arbeitsaufwand angemessen, waren, ein sehr gutes Preis-Leistungsverhaeltnis!




Eclair au Café
Kleine Rainstraße 6
22765 Hamburg

http://www.eclairaucafe.de

Petit Sandwich: 2,50 €
Café au lait: 2,50 €
Brioche: 1,30 €
Macaroons: 1,50 €

Friday, 22 February 2013

KOERRI SPEISEKONTOR in der Innenstadt

Flammkuchen - die Pizza des Bildungsbuergers.
Flammkuchen - die Pizza fuer Figurbewusste.
Flammkuchen - die kultivierte Schwester der Pizza.

Wie man es dreht und wendet, Flammkuchen ist einfach eine feine Sache, auch ungedreht und ungewendet. Bisher assoziierte ich Flammkuchen stets mit dem Weihnachtsmarkt. Das ist ja mehr ein Snack als eine richtige Mahlzeit. Da es die Flammkuchen schon lange in die Restaurants dieser Welt geschafft haben, zogen wir los, um einen solchen zu testen. Ort des Geschehens war der KOERRI SPEISEKONTOR direkt in der Innenstadt.

Die Einrichtung des Restaurants gefiel mir schon beim Eintreten: Dunkle Moebel, warmes Licht, viele Pflanzen, kein unnoetiger Schnickschnack und tagsueber sicherlich eine gute Location zum Menschenbeobachten.

Highlight und Namensgeber ist die nackte Currywurst namens Koerri, die ohne Darmhuelle als Steak mit der hauseigenen Koerri-Sauce serviert wird. Die Speisekarte umfasst ansonsten Suppen, Salate, Fleisch- und Fischgerichte und Flammkuchen, den wir heute testen wollten (Begleitung ist Pescetarier), in deftig oder sueß in jeweils klein oder groß. Der Flammkuchen "Gourmet" (von allem etwas) nimmt einem dann auch jegliche Entscheidungsunfreuden ab, meine Begleitung waehlte einen Flammkuchen mit Raeucherlachs, Spinat und Kaese. Beide natuerlich in manischer Fressgier in groß.

Das Tote Meer, wenn es ein Flammkuchen waer'.

Die Flammkuchen wurden dermaßen schnell serviert, dass es schon wieder fast verdaechtig war. Riesig groß lagen sie auf dem Holzbrett vor uns, mundgerecht geschnitten und bereit zum Verzehr.

Im Uhrzeigersinn beginnend bei 13 Uhr:

- Raeucherlachs mit Spinat und Kaese
- Spinat und Feta
- irgendwas mit Bacon
- Caprese
- Thunfisch und Oliven

Nun lag er so schoen appetitlich angerichtet vor mir, stellte sich aber leider schon beim ersten Bissen als ueberaus unangenehme Ueberraschung heraus: Salz. Zuviel Salz. Salz ueberdeckt Geschmack und betaeubt Geschmacksfasern. Was bei den Caprese-Stuecken noch ertraeglich war, bewegte sich durch zusaetzliches Salz im Feta, Thunfisch, Speck, Lachs und Oliven an der Grenze der Schluckbarkeit, es fuehlte sich an, als wuerden sich meine dehydratisierten Lippen nach innen stuelpen. Zurueckgehen lassen oder nicht zurueckgehen lassen, war hier die Frage.

Den Kellner darauf angesprochen wurde umgehend angeboten einen neuen Flammkuchen zu servieren oder ein Getraenk auf's Haus zu erhalten. Der Flammkuchen war nun schon zum Drittel angefressen, ich entschied mich fuer das Getraenk und machte die Entdeckung des Abends, das war Schicksal (s.u.)!

Meiner Begleitung schien der hohe Salzgehalt nichts auszumachen und auch meine Salzrezeptoren adaptierten sich erstaunlich schnell. Dennoch entschuldigte ich mich innerlich bei meinen Nieren, auf die eine Menge Arbeit wartete und unterstuetzte ihre Arbeit mit mehreren Flaschen Pirlo, einer Art mit Johannisbeersaft gemischtem alkoholfreiem Cider. Dass Fußballspieler jetzt auch durch Kaltgetraenke gehuldigt werden ist mir neu, aber Pirlo bewahrte mich vor der drohenden Blutdruckkrise wie er einst die Italiener vor dem Viertelfinal-Aus bewahrte.
Mit Pirlo ließ sich sogar der Salzkuchen einigermaßen genießen und ich war erstaunt wie satt ein so leicht daherkommendes Gebaeck machen kann.


FAZIT: Der Service war in der Tat sehr entgegenkommend (dennoch mir persoenlich ein wenig zu schmierig), der Flammkuchen leider voellig uebersalzen. Der große Flammkuchen ist alleine genossen zwar machbar, wer aber nicht an die Uebelkeitsgrenze moechte, bestellt sich lieber einen kleinen Flammkuchen oder teilt (auch, wenn das beim Essen schwerfaellt). Das naechste Mal wird defintiv die/der/das Koerri getestet!
Die Entdeckung des Abends blieb jedoch Pirlo, welches ich bisher noch nicht im ueblichen Supermarkt finden konnte. Bitte bestellen, liebes REWE!




Körri Speisekontor
Springeltwiete 2
20095 Hamburg
http://www.koerri-deutschland.de/

Koerri (mit Beilagen): 8,50 €
Flammkuchen (klein): 4,50 - 6 €
Flammkuchen (groß): 6 - 10€
Dessert: ab 5 €
Wein: ab 4 € / Glas

Friday, 8 February 2013

CAFÉ LEONAR am Grindelhof

Manchmal vernachlaessigt man ja voellig unbewusst Dinge im Leben (ich habe einen Blog?). Was in Bezug auf Menschen ganz gezielt Anwendung findet, war in diesem Falle schlicht der Tatsache geschuldet, dass ich die letzten Wochen dank Stress nur Junk-Food und Berge von raffiniertem Zucker magersuechtig war (Hirn, warum willst du keine Moehrchen?).

Ach, ich habe ja einen Blog! Ach, ich wollte ja schon immer im Café Leonar essen gehen!

Sogar das Besteck ist hier schoen.

Das Café Leonar schließt sich an den Juedischen Salon an. Oder umgekehrt, je nach kulinarischem oder kulturellem Blickwinkel. Nach einem gehaltvollen intellektuellen Drei-Gaenge-Menue in Form von Lesung, Diskussion und verbalem Totschlag lassen sich anschließend ueber gutem Essen und Wein die Meinungsverschiedenheiten begraben oder die Feindschaft vertiefen. Alles erscheint schoener bei/nach einem/mehreren koscherem Glaeschen/Flaschen Wein!

Als Vor- oder Hauptspeise wird eine Auswahl juedisch-orientalischer Salate angeboten, die entweder einzeln oder in 3/5er Kombination mit Weißbrot serviert wird.


Mezze-Blume.

Im Uhrzeigersinn beginnend bei 12 Uhr:

- Hummus
- Marokkanischer Moehrensalat
- Tabouleh (Bulgur)
- Labane (Joghurt mit Olivenoel und Satar)
- Babaganush (Auberginendip)

Der Hummus war saemig und aromatisch, den Rest habe ich nicht probiert.

Auf Empfehlung entschlossen wir uns fuer Gerührte Polenta mit geröstetem Hokkaidokürbis und Ziegenkäsesauce.


Diese Farben!


Polenta & Ich: Vollkommen geruehrt.

Was war dieses Essen schoen! Diese Farben, diese Textur. Die Polenta war von einem Ziegenkaesen-Saucen-See umrahmt und mit einem kleinen Strauß frittierten Gruenzeugs und haarduenn gehobelten Wurzelgemuese auf knusprig geroestetem Hokkaido-Kuerbis garniert.

Ich bin nicht unbedingt Fan von Maisgrieß, aber diese Polenta war so herrlich cremig, ich kann mir nicht vorstellen wie viele Kuehe ihre Milch fuer die Liter an Sahne hergeben mussten. Die Sauce mit dem unverwechselbaren Ziegenkaese-Geschmack, war zwar intensiv, ueberdeckte die zahlreichen Aromen jedoch nicht. Das Gruenzeug ließ sich aufgrund des typischen "frittierten" Geschmacks, der Petersilie wie Kartoffel wie Snickers schmecken laesst, leider kaum identifizieren. Ich vergaß nachzufragen, da das Highlight ohnehin unangefochten die Kuerbisstuecke, die reichlich gewuerzt und knusprig gebraten inmitten der Polenta-Insel lagen und einfach nur "existierten". Wenngleich mit kurzer Lebensspanne.

Der einzige Kritikpunkt: Dieses Gericht war aeußerst großzuegig gewuerzt. Zusaetzlich zum von Natur aus salzigem Ziegenkaese, bewegte sich das Ganze stark an der Grenze. Gluecklicherweise ließ sich dieser Umstand durch erhoehten Brotkonsum nicht nur ertragen, sondern gar verbessern!

Eine Frage bleibt jedoch offen: Laesst sich Polenta OHNE Ruehren zubereiten?


Ein Gemaelde.

Die Auswahl an Desserts laesst sich leider gar nicht als Auswahl bezeichnen, da sie sich auf Im Weinteig ausgebackene Banane mit Karamell-Butter und Melonen-Salat und wechselnden Kuchen beschraenkte.
Welch Zwickmuehle: Ich beende nie ein gutes Essen ohne Dessert, aber ausgebackene Banane faellt unter die Kategorie der niemals im Restaurant bestellten Desserts und Kuchen ist fuer mich Grundnahrungsmittel und kein Nachtisch.


Banane & Melone

Wie dem Photo entnehmbar, waren sowohl Wille als auch Fleisch schwach. Und beide bereuten es nach dem ersten Bissen. Der Melonensalat entpuppte sich als gewuerfelte Melone mit einem Spritzer Zitronensaft und Puderzuckerdecke. Die Banane...es gibt einfach Dinge im Leben, die sollte man Asiaten und ihren Schnellimbissen ueberlassen.

[Der Kirsch-Streuselkuchen unspektakulaer, der Schokokuchen mit Teig-Ganache-Ratio von 1:5 als Abschluss eines Abendessens schlicht zu maechtig.]


FAZIT: Zwar truebt das Dessert ein wenig den Gesamteindruck, dennoch bleibt das Café Leonar eine aeußerst positive Ueberraschung. Als zudem am spaeteren Abend Live-Jazz erklang...was soll ich sagen? Es koennte sein, dass ich nach all' den Jahren endlich mein Stammlokal gefunden habe.

Ob fuer ein gutes Essen mit Freunden, Geschaeftsessen oder einfach nur ein Glaeschen Wein in netter Atmosphaere - das Café Leonar bietet diese wunderbar unpraetentioese Gemuetlichkeit, die so vielen Restaurants in Zeiten des erzwungenen Individualismus fehlt.




Café Leonar
Grindelhof 87
20216 Hamburg

http://www.cafeleonar.de/

Mezze: 4 - 8 €
Vorspeise: 6 - 8 €
Hauptgericht: 11 - 16€
Dessert: 3 - 6 €
Wein: ca. 4€ /Glas

Saturday, 12 January 2013

SAPA am Schlump

Es kommt aeußerst selten vor, dass ich ein vietnamesisches Restaurant besuche, was schlicht daran liegt, dass es selten bis nie an das Essen von Mama heranreichen kann. Da aber alle umliegenden Restaurants im Kilometerradius bereits abgegrast wurden und die Mitarbeiter vom SAPA mich immer so nett anlaecheln, wenn ich auf dem Weg zur U-Bahn vorbeilaufe, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich es mal ausprobieren wuerde.

Diese Wand.


Ein recht kleines, gemuetliches Restaurant, ganz klassisch in schwarz, rot und weiß gehalten und ohne Schnickschnack. Gefaellt.

Mit der Speisekarte gab es gruenen Tee als kleine Aufmerksamkeit des Hauses. Ich habe keine Ahnung, warum ich in einem vietnamesischen Restaurant ein Curry bestellte, welches sich zwar letztendlich gar nicht als Curry im allgemein ueblichen Sinne herausstellte, aber dennoch dermaßen unvietnamesisch ist wie eine Currywurst. Eigentlich ist das klassische Phở Bò mein Referenzprodukt, aber was soll's, Abwechslung ist die Wuerze des Lebens.


Ein wunderschoener KiBa.


Das Curry wird in steinernen Tontoepfen serviert, welche zum Einen wirklich sehr schoen anzuschauen sind und zum Anderen das Essen warmhalten. Der Reis wird seperat gereicht.


Gà Cari - das eingevietnamesischte Curry.


Mit dem Begriff Curry verbinde ich eher Fleisch oder Gemuesestuecke, die in einer saemigen, gut gewuerzten Sauce schwimmen. Wichtig ist das Verhaeltnis von 3:1 zugunsten der Sauce.

Im Sapa wird das Curry als geduenstetes Gemuese mit Fleisch- oder Tofueinlage interpretiert, welches je nach Gericht, in meinem Fall in einer Zitronengras-Limettenblaetter-Curry-Sauce auf den Punkt gegart wird. Das Gemuese war knackig aromatisch, das Haehnchenfleisch zart. Leider kamen die Nuancen der Sauce nicht besonders zum Vorschein. Ich hatte dennoch das gute Gefuehl meinen Vitaminvorrat fuer die naechste Woche aufgefuellt und aufgrund der angemessenen saettigenden Portion nicht wieder an die Tuer zur Uebelkeit geklopft zu haben.


FAZIT: Das Essen hat mich zwar geschmacklich nicht vollkommen durchdrehen lassen, dafuer verlaesst man das Sapa einfach mit diesem angenehmen Bauch- und Kopfgefuehl, was nicht nur an den leichten, gesunden Speisen liegt, sondern auch an dem sehr aufmerksamen, aber unaufdringlichem Service.




Sapa
Kleiner Schaeferkamp 14
20357 Hamburg
http://www.cuisineduvietnam.de/

Suppen: um 5 €
Currys: um 10 €
Pho: um 8 €
Dessert: um 4 €