Saturday, 15 September 2012

DYLAN'S CANDY BAR in der Upper East Side

Neues aus der Kategorie: Nahrungsmittel, die nicht zusammengehoeren. Meine langjaehrigen Leser werden sich des Gueldenen Glueckes erinnern, welches mich zwar an den Rand diverser Vitaminmangel-Erkrankungen brachte, aber dennoch fuer ein paar Wochen/Monate ein geschaetztes Fruehstueck (und) Mittagessen (und) Snack (und) Abendessen war.

"Wenn Sie die Lust auf Schokolade ueberkommt, essen Sie doch einen Apfel und die Lust ist verflogen!" Dieser Bullshit Ernaehrungstip findet sich in jeder verdammten Frauenzeitschrift. Der Grund warum ich ueberhaupt in die Verlegenheit kam, diesen Tip auf seinen Wahrheitsgehalt zu ueberpruefen, liegt in der Tatsache, dass

- ich gestern die letzten beiden Bountys gegessen habe
- es draußen kalt und windig war
- ich kein Bargeld hatte
- ich nicht an die Red Velvet Cake Candy Bar randarf, da sie noch nicht fotografiert wurde (s.u.)
- es Sonntag und meine Vorratskammer REWE geschlossen war
- der Kiosk keine Wunderbars verkauft

Zusammengefasst, ich bin ein fauler Mensch. Stattdessen fand sich ein supersaurer Apfel im Kuehlschrank und Salmiaksalz namens Zwart Wit Zout. Und mit meiner Schwaeche fuer die hollaendische Sprache (allein die Zutatenliste!) war der Rest vorprogrammiert.

Der Turban-Typ hat zu viel Zwart Wit Zout gegessen.

Unter'm Strich war es gar nicht so schlecht und die Kombination koennte mich immerhin eine Weile vitamintechnisch ueber Wasser halten. Da ich im Anschluss noch einen Essloeffel Proteinpulver (Geschmacksrichtung Cookies 'n Cream; Geschmack Shit 'n Shit) aß, sieht es sogar an der Proteinfront gar nicht schlecht aus. Dennoch haette ich 3 Snickers essen koennen.

Als Trost, nicht als Selbstgeißelung gedacht, gab es wenigstens Eye-Candy. Es war furchtbar, wie ein Verdurstender, der sich Bilder von (Sueßwasser-)Wasserfaellen anschaut, schlimmer als die Aschura-Riten. Ich habe beim Anblick sehr gelitten.


Welcome to Candy.

Ueberall ist Halloween!

Die Cookies krieg ich auch hin.

Brainssssssss.

Brainssssss?

Happy Pumpkins.

Reizueberflutung.

Gefaerbtes Zuckerpuder. Pfui.

Twix mit Peanutbutter!

Brain, Knochen, Candy Corn, Skull - finde den Fehler!

Jaw Breakers fuer jede Kiefergroeße.

Nyan Cat am Stiel.

Candy nach Farben (Spring & Summer).

Candy nach Farben (Autumn & Winter).

"Rein" ist das Crystal Meth hier nicht.

Radioaktive Candy.

Fish-Eye Candy.

Unhappy Pumpkins.

Warum die Kuerbisse ungluecklich sind? Weil sie nicht schmecken. Es war ganz minderwertige Mockolate mit kleinen Butterfingerstuecken IN FORM, nicht dem Geschmack eines Kuerbisses. Mehr nicht. Und die Kuerbisform war auch noch laenglich und haesslich.


Die beruechtigte Princess-Dose.

In dieser Dose bewahre ich meine Kaugummis und mein Ecstasy auf.


Beute.

Sauer. Sueß. Sauer. Sueß. Sauer. Sueß. Und das 200 Gramm lang.


Rot. Gelb. Blau.


Banana Cream Pie: Schon nach dem Oeffnen der Verpackung schoss mir ein penetrant kuenstlicher Bananenduft in die Nase. An sich mag ich die Kombination von Schokolade und Banane sehr gerne, angefangen bei den in Schokolade getauchten Bananen vom Hamburger Dom bis hin zur Banane in ihrer perfektesten Form, dem Banana Split. Diese Schokolade war allerdings eins und das war kuenstlich. Die Schokolade mit gefuehlten 0% Kakao und dafuer umso mehr Kokosfett war zwar mit Bananenaroma versetzt...aber gut ist leider etwas anderes. Ich habe sie trotzdem aufgegessen.

Red Velvet Cake: Liegt noch irgendwo im Schrank und wartet auf ihr Schicksal.

Angel Food Cake: Hierbei handelt es sich um weiße Schokolade und war eigentlich als Geschenk fuers Schwesterchen gedacht. Die meisten essbaren Urlaubssouvenirs, die ich wirklich mit der Intention kaufe sie auch zu verschenken, esse ich selbst. Meistens schon auf dem Rueckflug. Manchmal noch bevor ich den Laden verlassen habe. In diesem Falle haette Schwesterchen als Fan weißer Schokolade sicher mehr Freude gehabt als ich. Ich habe sie trotzdem aufgegessen.


FAZIT: Dylan's Candy Bar ist das Projekt von Ralph Laurens Tochter Dylan. Und genau wie ein verwoehntes Maedchen praesentiert sich dieser Laden: sehr bunt, sehr schrill, sehr laut, sehr voll. Ueberall laufen ueberforderte Kinder und noch ueberfordertere Eltern herum, aus den Lautsprechern plaerrt alles zum Thema Candy, Chocolate und Sugar und je spaeter der Tag, umso mehr Candy sammelt sich auch auf dem Boden des Ladens. Gut, dass mir das alles nichts ausmacht: Musik kann man ausblenden, Kinder wegschubsen.

Was sich leider nicht wegignorieren laesst, sind die vollkommen ueberteuerten und im Verhaeltnis dazu geschmacklich minderwertigen Sueßigkeiten. Ein Laden zum satt sehen, nicht zum satt essen.




Dylan's Candy Bar
1011 3rd Avenue at 60th St
New York, NY 10021

http://www.dylanscandybar.com

100gr Candy of your choice: 6$
4 Dylan's Candy Bars: 10$
Big Cookies: 4,50$

BUTTERCUP BAKE SHOP in Midtown

Neulich lasen beim Cover Poetry Slam (als kleiner Ableger der Kampf der Kuenste) im Thalia Theater Kuenstler mehr oder weniger interessante Texte anderer mehr oder weniger interessanter Kuenstler. Vorweg muss gesagt werden, dass die Stimmung in keinster Weise mit dem Bunker Slam vergleichbar ist. Waehrend man im Bunker mit vollem Koerperinsatz einen der unbequemen Plastikstuehle ergattern muss, um nicht stundenlang im abgedunkelten Raum ohne funktionierende Klimaanlage stehen zu muessen und mit fortschreitender Stunde einen kleinen Hitzetod stirbt, bietet das Thalia mit seinen dunklen Holztischen und roten Samtsofas weniger eine Buehnen- als vielmehr eine gediegene Atmosphaere zum Weinschluerfen und pseudo-tiefgruendiger Unterhaltung.

Kurz: Die Stimmung hat es hier schwer. Es mag an der sehr speziellen Textauswahl gelegen haben (Huesch?! HUESCH?!) oder den fehlenden Ueberraschungen oder der viel zu hellen Beleuchtung oder den niedrigen Alkoholpegeln oder der Abwesenheit von Julius Fischer – es kam einfach keine Stimmung auf. Selbst der wie immer wundervolle Michel Abdollahi, der zwar voellig uninspiriert seine Moderation runterspulte, aber selbst im uninspirierten Zustand (und geschmacklosen Hawaihemd) noch hypnotisierend-faszinierend auf dem Sofa drapiert war, konnte die Veranstaltung nicht retten. Abgesehen von 2 großartigen Texten von Jan-Philipp Zymny (fuer alle Freunde des surrealen Humors diese Buchempfehlung) eine Enttaeuschung.


Und genau deshalb erinnerte mich der Cover Poetry Slam sehr an eine kleine Baeckerei in New York, ueber die NFT, ein ansonstern sehr zuverlaessiger Reisefuehrer, schrieb: ““Magnolia Bakery all grown up.“
Wir erinnern uns, mit Magnolia Bakery und wiederholten Auftritten in Sex and the City fing der Cupcakewahn an. Kurz danach wuchsen die kleinen Cafés mit den bunten Kuechlein wie kleine bunte Pilze aus dem Boden und Erwachsene wie Kinder schmierten sich das sueße Frosting ins Gesicht. Magnolia Bakery, DIE Cupcake-Institution, in verbesserter Form? Zweifelhaft.

Das Testobjekt war Lady Baltimore:


Diese Kirsche!



Du bist umsonst, deswegen esse ich dich.


Bei derartiger großer Konkurrenz muss man sich Gedanken machen wie sich aus der Masse herausstechen laesst. Buttercup entschied sich neben einem absoluten Klischeenamenfuer IKEA-Moebel, Pappteller und Plastikbesteck.

...

Nichts gegen IKEA-Moebel, aber Einwegbesteck? Kennt jemand meine Einstellung zu Plastikgabeln außerhalb Grillpartys mit Einweg-Grills oder den ersten Tagen in der ersten eigenen Wohnung? Ein Glueck, dass sich Cupcakes per Hand essen lassen, sonst haette ich den Laden verlassen.

Der Geschmack war dagegen durchaus OK. Die gemahlenen Mandeln im Teig sorgten fuer einen feinen Marzipangeschmack, die geroesteten Kokosraspeln auf dem ueppigen Frosting eine gelungene Kombination mit den Mandeln. Aber wie immer kariesinduzierend sueß. So sueß, dass der Koerper nach Genuss selbst eines halben Cupcakes nach einem halben Liter Wasser verlangt, was uns natuerlich nicht davon abhielt trotzdem noch den complimentary Red Velvet Cupcake zu probieren.


FAZIT: Natuerlich laesst sich jeder und alles kopieren, China wird mir zustimmen. Aber nur in den seltensten Faellen koennen Kopien dem Original das Wasser reichen. Das gilt nicht nur fuer Wortkunst-Veranstaltungen, sondern auch fuer sueßes Backwerk. Sorry, Buttercup, eure Cupcakes sind OK, aber nicht spektakulaer. Und wenn dies das erwachsene Magnolia sein soll, bleibe ich lieber Kind.




Buttercup Bake Shop
973 2nd Avenue (Between 51st and 52nd Streets)
New York, NY 10022


Cupcakes: 2,50$
Cakes: 25 - 45$

Sunday, 2 September 2012

DAVID'S BAGELS in Midtown

Biber trinken in ihrer Freizeit den ganzen Tag lang (Wasser) und bauen Daemme. Weil Wasser in ihrer natuerlichen Umgebung stets im Ueberfluss vorhanden ist, wirkte nie ein Selektionsdruck auf ihre interne Wasserregulation, sodass diese quasi nicht vorhanden ist. Bei der Wuestenrennmaus ist dieser Mechanismus beispielsweise aufs Extremste perektioniert, wir Menschen befinden uns irgendwo zwischen Biber und Maus.

Umd diese Ueberlegung zu verifizieren und weil ich Lust auf einen guten Bagel im Land der Bagels hatte, suchte ich mir aus dem großartigen und uneingeschraenkt empfehlenswerten NFT NY ein Restaurant im Westen Manhattans aus, welches in hoechsten Toenen gelobt wurde. Die Erwartungen gingen mal wieder Richtung fancy restaurant mit pastellfarbenen Moebeln und verschnoerkelten, gusseisernen Sitzmoeglichkeiten im warm gedaempften Licht. Aber wir wollen keine Cupcakes, wir wollen Bagels, yeah! Der Laden war dunkel, eng und bestimmt auch nicht blitzblank geputzt, ich fuehlte mich gleich wie zuhause. Als ich auch noch die Schlitzaughinter dem Tresen erblickte erblickte, bewarb ich mich gleich um Job und Aufenthaltsgenehmigung.

Man waehlt aus der umfangreichen Karte erst Bagel-Art (Raisin, Pretzel, Sweet, Salt...), dann Belag (Tuna, Veggies, Cheese, Ham, BLT...) und verlaesst nach max. 5 min mit dem warmen Bagel in der Tuete den Laden. Ich esse nicht in trister Umgebung und da mir die umliegenden Parks nicht zusagten, lief ich ganze 5 Blocks mit meiner braunen Tuete und der leisen Ahnung, dass ich etwas ganz Großartiges bei mir trug, zum geliebten Union Square.

Man beachte die Fettflecke rechts unten.

Ich waehlte wie immer bei solchen Moeglichkeiten einen BLT im Salzbagel. Und ja, man kann beim BLT viel mehr falsch machen, als angenommen. Mein Fehler bestand darin kein Wasser dabei gehabt zu haben, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.


Schoenheit in ihrer klarsten Form.


Wo ist die Grenze zwischen Tomate und Bacon?

Der Bagel war...koestlich.

Meine Neurohypophyse kam mit der ADH-Ausschuettung kaum nach, ich hatte staendig ein leises 'STAHP' im Hinterkopf. Es war schlicht und einfach außerhalb meiner Moeglichkeiten. Wie kann etwas derart Simples wie Bacon, Lettuce, Tomatoes derart koestlich sein? Der Bacon war genau auf den Punkt gebraten, nicht zu kross, nicht zu lasch. Das Gemuese war sogar frisch und der Bagel noch warm. Nach 4 großen Bissen stimmte der Magen den leisen STAHP-Rufen bei, aber das Wort 'Saettigungsgefuehl' fristet sein Dasein in meinem rein theoretischen Wortschatz (neben '' und '').

Es blieb kein Kruemel uebrig und die kleinen Eichhoernchen, die gierig zu meinen Fueßen auf herabfallende Reste warteten, wurden bitter enttaeuscht. Dazu muss gesagt werden, dass die Eichhoernchen in USA genauso wie die Menschen kein bisschen scheu sind und auch mal gerne einen Spaziergaenger als Kletterbaum benutzen. Dieses kleine Ding war wie aus einem Disneyfilm entsprungen und verfolgte mich durch den halben Vietnam Memorial Park in Washington D.C.. Und ich weiß bis heute nicht, was es wohl bei 00:40 gedacht haben mag!





>FAZIT: Auch, wenn ich im Anschluss innerlich verdurstete, manche Dinge im Leben sind es einfach wert und dieser Bagel gehoerte dazu. Ein Biber duerfte ihn in dieser Kombination wahrscheinlich nicht essen (Lassen Sie Ihren Biber niemals dursten!), aber fuer mich, David's Bagel, wirst du zu Le Truc's Bagel!




David's Bagels
273 1st Avenue
New York, NY 10021

Bagels: 4 - 6$
Sandwiches: 4 -6 $

Friday, 31 August 2012

BABYCAKES in Lower East Side, Manhattan

Herzlichen Glueckwunsch zum 25. Geburtstag! Nein, meiner ist es nicht, bis dahin sind es noch ein paar Jaehrchen. Hoem. Dieses Jahr feiert der Lieblingsfilm vieler, vieler Frauen meiner und meiner vorangegangenen Generation Geburtstag: Dirty Dancing. Wie viele Wassermelonen wurden sinnlos durch die Gegend getragen, wie viele Tanzschulen konnten wegen Ueberfuellung keine weiteren Kunden aufnehmen, wie viele Jungs und Maenner wurden von kleinen und großen Maedchen zwecks Hebefigur missbraucht?

Eines dieser Maedchen muss wohl in NY geboren oder dorthin gezogen sein. Es nahm einen Job an, der ihm keinen Spaß machte, goennte sich nichts und sparte das Geld, um mitten in Manhattan ein Café zu eroeffnen. Ein Café, wie aus dem Dirty Dancing Set entsprungen, die Innenaustattung im rosa-weißen Landhausstil, die Verkaeuferinnen sueß und unschuldig in ihren einheitlichen Schuerzen, die Cupcakes...nun ja, die Cupcakes.

Doch beginnen wir mit den positven Aspekten: Babycakes richtet sich an all die gesundheitsbesessenen New Yorker, die sich einmal im Jahr ein Sueßgebaeck goennen. Das Warensortiment umfasst soy-, dairy-, refinded-sugar- and wheatfree, kosher und vegane Feingebaecken, also Backwaren, von denen man keine Ahnung hat, woraus sie nun eigentlich bestehen. Angeboten werden Cupcakes, Scones und Cookies bis hin zu ueppig verzierten Torten, die in einer offenen Kueche vor den Augen der Kunden gefrostet und verziert werden. Eine schoene Idee zum Thema Transparenz oder auch eine Loesung des vorherrschenden Platzmangels. Bestellt wird gleich an der Vitrine, die gleichzeitig als Theke fungiert, da das Café nur ca. 5 Sitzplaetze bietet. Es machte also einen kleinen, aber sehr feinen Eindruck, die Dekoration sehr liebevoll und stimmig, die 70er Jahre Compilation lief im Dauer-Repeat-Modus.


Zusammengewuerfelt, aber schoen.


Die Wahl fiel auf:

Salty Caramel Doghnut
Dark Chocolate Mint Cupcake
Pumpkin Cream Cheese Spice Cupcake


Interessante Einrichtungsgegenstaende.


Hier war die Welt noch in Ordnung.


So herzallerliebst die Idee hinter dem Café Babycakes ist, die Babycakes an sich sind leider eine Katastrophe. Vielleicht mag es an den politisch korrekten Zutaten liegen, vielleicht liegen die Cupcakes einfach laenger als sie sollten in der Vitrine. Mein Pumpkin-Cupcake war trocken wie eine alte Spinster, sodass es fast ein Gluecksfall war, dass sich der große Kaffee als 0,6 Liter Becher entpuppte. Das Frosting war gleichwohl geschmacksneutral abgesehen von dem obligatorischem, amerikanischem „sueß“ und einem Zimthauch, welcher aber auch von meinem Parfum herruehren koennte. Selbst bei korrekter Essweise eines Cupcakes (Frosting + Teig) war ich froh ueber meine Tendenz der vermehrten Speichelbildung.

Aehnliches gilt fuer den Doughnut. Warum liebt Homer Doughnuts? Weil sie zu den netten Fettgebaecken gehoeren, die Kalorien in eine fluffig leichte Form verpacken und uns im Bestfall ermoeglichen gleich mehrere ihrer Art zu verspeisen. Die Bezeichung dieses Doughnots war dagegen komplett irrefuehrend. Er ertrank zwar geradzu in Karamell, hinterließ jedoch den Eindruck Salz sei nach wie vor weißes Gold und daher nur in minimalsten Mengen zu benutzen. Oder in diesem Falle gar nicht. Und ich bin mir sicher, dass dieses Zuckermonster faelschlicherweise gebacken und nicht frittiert wurde, die Bezeichnung Doughnut also in keinster Weise verdient hat!

Gemaeß Sandwich-Technik schließe ich mit einem positiven Aspekt: Den Probierbissen des Schokoladencupcakes konnte und habe ich problemlos schlucken koennen.


FAZIT: Wir leben in einer oberflaechlichen Welt und so stuetzt sich der weltweite Erfolg von Cupcakes wohl mehr auf das huebsche Erscheinungsbild als auf den Geschmack. Haette ich einen einfachen sueßen Kleinkuchen mit Buttercreme und einen einfachen sueß-klebrigen Napfkuchen bestellt, waere ich zufrieden gewesen. Habe ich aber nicht.

 Und Dirty Dancing mag ich auch nicht.




babycakes
248 Broome Street (Btwn Orchard & Ludlow)  New York City, NY 10002

Cupcakes: 4,50$
Cookies: 3$
Cakes: 45 - 60$

Tuesday, 28 August 2012

MADIBA in Fort Greene, Brooklyn


Ein Restaurant mit solch einem Namen schuert Erwartungen. Hohe Erwartungen. Wenn man allerdings frisch aus dem Flieger nach 14 Stunden Flug mit Zwischenstopp Charles de Gaulle (!!!) steigt, relativieren sich die gesamten Weltanschauungen.

Nicht falsch verstehen, ich liebe Fernfluege. Ich wuerde fernfliegen, nur um fernzufliegen. Man wird gefuettert, gewaessert und hat mit einer Portion Glueck sogar nette Sitznachbarn. Der letzte Punkt war natuerlich ein Scherz, als Alleinflieger wird man stets neben schreiende Kinder, zickige Frauen und dicke Schweißbehaelter gesetzt, die sich nicht mal durch gefaktes Schlafen von toelpelhaften Konversationsversuchen abhalten lassen. Aber, ich liebe Fernfluege. Ich liebe das schlechte Essen, abgesehen von einem ausgezeichneten Blondie, den schlechten Tetra-Pak-Wein aus Plastikbechern, den ich niemals anruehren wuerde und das falsch-freundliche Personal, das innerlich bestimmt jedem einzelnen Passagier eins in die Fresse anstatt den Tomatensaft ins Glas geben wuerde (außer Business-Class).

Um auf MADIBA zurueckzukommen, ich lande, ich werde abgeholt, ich stelle Gepaeck ab und ich habe Hunger. Meine ganz bezaubernde Food-Begleiterin fuer die naechsten Wochen D-Punkt schlaegt das MADIBA vor, da es in ertraeglicher Laufweite liegt (10m) und auch sonst einen sehr guten Ruf hat gutes afrikanisch-angehauchtes Essen zu bieten. Zum Interiéur verliere ich nicht viele Worte, denn wir kamen, saßen und bestellten aus der uebersichtlichen, aber sehr vielversprechenden Speisekarte. Fuer D-Punkt gab es Fleisch, fuer mich gab es Fleisch. Fuer D-Punkt gab es Alkohol, fuer mich gab es Alkohol. Ich mag dieses Restaurant.


Alkohol mit Litschi & Alkohol mit Zitrone.


Da schwiegen sie, die Laemmer.

Lamm ist ja nicht unbedingt mein Lieblingstier, auch nicht auf dem Teller. Aber laut Begleitung war ihr Pap & Vleis, a succulent rack of lamb chops served with pap (white cornmeal) and chakalaka, ausgezeichnet!


Miniportion. Not.

Mein Bobotie, a traditional Cape Malay curried mince (ground beef) bake with egg custard topping and crisped almonds, served with yellow rice and raisins oder kurz Fleischkuchen mit Mandeln als Dekoration obendrauf haette ich in der Form dem Namen nach nicht erwartet, aber warum nicht Fleischwuerfel neben gelben Reiszylinder getrennt durch einen Maistaco plus 5 Dips, von denen ich teilweise nicht erschmecken konnte, ob es sich um zermahlene Kaefer oder Crèmedip mit Bohnen handelte. Verifiziert sind (von vorne nach hinten): Joghurt-Minz-Dip, marmeladenaehnliches Zeug (!), saure Krautmixtur, eingelegter Gruenkohl (!), Kaefer oder Bohnen.
Mein Anfangsgedanke: Die Portion ist zu klein, bring mir schon mal die Dessertkarte, Schaetzchen. Diese mich stets begleitende Furcht nicht satt zu werden wurde jedoch rasch beiseite geschoben, als sich Monsieur Fleischwuerfel als zwei 250g Steaks in Wuerfelform gepresst entpuppte, raffiniert gewuerzt, mit einer ueberraschenden Schaerfe im Nachgeschmack. Sehr koestlich, sehr reichhaltig. Den Taco habe ich dennoch nicht liegenlassen. Und auch sonst nichts. Abgesehen von meiner Wuerde, als ich mich aus eigener Kraft nicht mehr erheben konnte.


FAZIT: Ich mag den lockeren, amerikanischen Sinn fuer Serivce, schließlich dinierten wir auch in Brooklyns Hipsterviertel. Das Essen wie beschrieben außergewoehnlich gut, die Preise im guten Leistungsverhaeltnis (15 bis 25 $). Ein phantastisches erstes Mahl und ein phantastischer erster kulinarischer Eindruck aus dem Land der kulinarischen Abnormalitaeten. Nelson Mandela waere zufrieden.




madiba
195 Dekalb Avenue  Brooklyn, NY 11205

Starters: 10 - 15$
Main: 15 - 25$
Cocktails: 10$ 

Auf den Spuren von Frankie S.

New York – das Zentrum des Kapitalismus. Die Stadt, in der man schon nach dem Aufwachen den Duft des Geldes atmet und das leise Klimpern von kleinen Goldbarren gegen Goldbarren vernimmt. Sofern man im richtigen Stadtteil erwacht. Ist dem nicht so, riecht man das schon viel zu lange nicht gewechselte Katzenklo und hoert das zarte Trippeln von Kakerlakenfueßen gegen mehr oder minder massives Mauerwerk.

Aber wen kuemmern diese Nichtigkeiten, wenn es eine komplett kulinarische Front zu entdecken gibt, wenn da draußen tausende von Kalorien nur darauf warten in hoechster Ekstase verschlungen zu werden, wenn sich Proteine und Carbs und Fett in wohlwollender Symbiose verbinden, wenn die Klamotten sich nachts heimlich zusammentun, um mehr Volumen umhuellen zu koennen.

Doch dann, die Ernuechterung: In Zeiten, da Osama Bin-Laden tot ist, lautet der neue Staatsfeind Nr. 1 der USA Koh-len Hy-Drate. Ein fieser Boesewicht, der nach amerikanischem Verstaendnis durch Fettmassenaufbau die Bevoelkerung subtil und von innen auszurotten versucht, die Massenvernichtungswaffe des 21. Jahrhundert. Umso genial-boeser, da es keine Organisation ist, deren Oberhaupt mit einem Schlag der Special Unit im heimatlichen Erdloch ausgeloescht werden kann, sondern ihren ultimativen Oberschurken in jedem einzelnen individuellen Schweinehund manifestiert .

Aber Amis waeren nicht die selbsternannte Spitze der Evolution (der Autor distanziert sich ausdruecklich.), wenn sie dem nichts entgegen zu setzen haetten, sie entwickelten perfekte Nahrungsmittel, die nicht nur fettfrei, carbsfrei, glutenfrei, lactosefrei, vegan, ohne GMO, koscher, organic und vitamin and proteine enhanced, sondern auch noch ohne Seele und Geschmack sind. Die Nahrungsaufnahme ist zur laestigen Notwendigkeit geworden, der Koerper ein Tempel und Bionahrung die Ersatzreligion.

21 Gruende, warum ich kein guter Ami waere (obwohl ich Obama waehlen wuerde auch wenn er ab und an auf seine Schuhe blickt, aber das darf er). Coming up in the following weeks, abhaengig vom Grad meiner Insomnia:

Part 1: MADIBA (Fort Greene, Brooklyn)
Part 2: MAC 'N CHEESE (irgendwo in Manhattan)
Part 3: EATERY (Hell's Kitchen, Manhattan)
Part 4: BABYCAKES (Lower East Side, Manhattan)
Part 5: TICK TOCK DINER (Chelsea, Manhattan)
Part 6: DAVID'S BAGEL (Washington Square/Soho, Manhattan)
Part 7: WHOLE FOODS MARKET (Ueberall und Nirgends)
Part 8: DEAN & DeLUCA (Soho, Manhattan)
Part 9: GHENET (Williamsburg, Brooklyn)
Part 10: HOT DOGS x3 (Washington D.C.)
Part 11: STODDARD'S (Boston)
Part 12: METROPOLITAN (Boston)
Part 13: PHO IRGENDWAS (Chinatown, Boston)
Part 14: BANH MI SAIGON (Chinatown, Boston)
Part 15: BOZU (Williamsburg, Brooklyn)
Part 16: PROSPERITY DUMPLINGS (Chinatown, Manhattan)
Part 17: FINANCIER PATISSERIE (Financial District, Manhattan)
Part 18: KITCHENETTE (Financial District, Manhattan)
Part 19: BLT (Chelsea, Manhattan)
Part 20: SHACK SAIGON (Washington Square/Soho, Manhattan)
Part 21: EGGS (Williamsburg, Brooklyn)

Tuesday, 24 May 2011

AEHEM, EHEC & AHA.

- Ich habe einen EEHC-Keim auf meiner Gurke entdeckt? Habe ich nun EHEC und werde sterben?
- Herzlichen Glueckwunsch zu Ihrer bemerkenswerten Sehstaerke, aber der Keim heißt EHEC.


- Ich habe versehentlich eine ungewaschene Gurke verschluckt. Habe ich nun EHEC und werde sterben?
- Vermutlich nicht, aber es koennte sich ein leichtes Druckgefuehl in der Halsgegend bemerkbar machen.


- Ich bin magersuechtig und habe in einem Fressanfall eine ganze Gurke verfressen. Wovon bloß soll ich mich nun ernaehren? Habe ich schon EHEC und werde sterben?
- Richtige Magersuechtige muessen gar nichts essen. Wenn Sie eine Pseudo-Magersuechtige sind und einen Fressanfall bekommen, greifen Sie zu in Cola Light getunkte Wattebaeusche.

Gruene Terroristen.

- Ich habe keine Frau, die meine Rohkost waescht. Muss ich jetzt heiraten oder ist es sinnvoller EHEC und den Tod in Kauf zu nehmen?
- Eventuell genuegt es sich fuer den Zeitraum der Seuche eine Lebensabschnittsgefaehrtin anzuschaffen.


- Meine Lebensabschnittsgefaehrtin versorgt mich mit Nahrung. Sie ist eine Kuh. Muss ich sie und ihre Milch nun vernichten oder koennen wir weiterhin in einem Bett schlafen?
- Was haben Sie in einem Bett zu suchen? Schlafen Sie gefaelligst im Stall!


- Ich verspuere nach dem Genuss einer ungekochten Gurke einen Drang in der unteren Bauchgegend? Habe ich nun EHEC und werde sterben?
- Checken Sie in einer geeigneten Sanitaeranlage ein. Planen Sie dafuer genug Zeit und Lesematerial ein. Oeffnen Sie das Fenster.


- Ich habe prophylaktisch 2 Liter Salzwasser getrunken, um dem Fluessigkeitsverlust vorzubeugen. Nun verspuere ich Uebelkeit. Habe ich EHEC und werde sterben?
- Trinken Sie noch 2 weitere Liter, eventuell stellt sich die Uebelkeit von selbst ein. Alles andere uebrigens auch.


- Ich habe meine 2te Niere vor 4 Jahren bei eBay versteigert. Bin ich anfaelliger fuer EHEC, habe ich vielleicht schon EHEC und werde sterben?
- Sofern Sie das Geld noch nicht fuer Koks & Nutten ausgegeben haben, nutzen Sie es und wandern Sie aus dem Seuchengebiet aus!


- Ich habe heute Abend noch nichts vor. Kann ich mich in mich ins Uniklinikum mit Verdacht auf EHEC einweisen?
- Sie werden nicht allein sein.