Sunday, 19 July 2009

DIE RÖSTEREI in der Innenstadt

Leider, leider und aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen wie Diät, Geldmangel oder Faulheit ist unsere Tradition des sonntäglichen Kaffeetrinkens ziemlich eingeschlafen. Daher wurde meine Begleitung aus diesem Post gleich mit in Die Rösterei geschleppt, schließlich sollte ein gutes Essen immer mit einem Dessert enden.

Pünktlich zum Regen betraten wir das fast schon wienerisch anmutende Caféhaus mitten in der Hamburger Innenstadt.

Kaffeekränzchen.

Die Schoko-Cognac-Torte war gerade in der Crème sehr und ich betone sehr alkohollastig. Die Torte dementsprechend sehr schwer, da halfen auch die Baiserstückchen nichts.
Meine Pistazien-Mohn-Torte, bestehend aus Biskuitteig, leicht zitroniger Sahne, Biskuitteig, leicht zitronige Sahne mit Kirschen, Biskuitteig, Mohn-Sahne, Biskuitteig, Pistaziensahne und abschließender Marzipandecke, war...großartig! Für den stolzen Preis von 3,50 Euro pro Stück durfte man das aber auch erwarten!

Fazit: Für einen regnerischen Sonntag genau das Richtige. Aber auch für nicht-regnerische Sonntage, Wochenenden und warum auch nicht mal unter der Woche?!
Tipp: In der ersten Etage sind die Tortenschätze versteckt! Nicht von der Glasvitrine im Eingangsbereich täuschen lassen!

CHA CHA im Hamburger Hof (Innenstadt)

Positive Atmosphere.

Es ist unbestritten, dass die Ernährung einen signifikanten Einfluss auf unser Wohlbefinden hat. Wir essen Süßes, um die Stimmung aufzuhellen und Salziges, wenn unser Mineralhaushalt aus dem Ruder geraten ist. Zum Beispiel nach einer durchzechten Nacht. Oder auch 5 durchzechten Nächten.
Im Cha Chà stehen Gerichte der thailändischen Küche auf der Karte, die nach dem Verzehr Effekte, wie "belebend", "vitalisierend" oder "entspannend" hervorrufen sollen. Die übersichtliche Karte ist zudem je nach Zubereitungsart in Curry, Gebratenes und Fusion unterteilt. Selbstverständlich speist man in angenehmer Atmosphäre mit angemessener Beleuchtung und sehr zuvorkommendem Personal. Die Bestellung wird rasch entgegengenommen und nach erstaunlich kurzer, aber frischer Zubereitungszeit äußerst dekorativ-ansprechend serviert.

Positive Eating.

Meine Begleitung wählte den gemischten Vorspeisenteller (...und behauptet davon satt geworden zu sein ;)), bestehend aus Satay-Spießen, Minifrühlingsrollen, Curry-Samosa (angeblich nach Maggi schmeckend), kleinem Fingerfood, welches ich vergessen habe und einem in Frühlingsrollenteig-Körbchen servierten Krautsalat. Dazu reichte man einen süß-sauren und einen sehr schmackhaften Erdnussdip.
Der übrigens auch fantastisch zu meinen in Tempura-Teig gebackenen Garnelen mit japanischen Buchweizennudeln und Spinat passte ("vollwertig"). Die Garnelen, derer dort ganze 2 serviert wurden, waren natürlich knusprig lecker, aber kann ein deep-fried Nahrungsmittel überhaupt n-i-c-h-t schmecken? Die Nudeln erinnerten mich stark an die 2,50 Euro-Riesenportion vom besten asiatischen Schnellimbiss in Hamburg (Belachan, Hoheluftchaussee), von Buchweizen konnte ich leider beim besten Willen nichts entdecken. Die Portion allerdings ähnlich großzügig wie beim Schnellimbiss und die Bestätigung, dass auch Hyperalimentation anscheinend positive eating sein kann ;)

Fazit: Nr. 45 aus dem Schnellimbiss, auf Fusionküche und Wellness getrimmt und sophisticated serviert. Für ein nettes Mittagessen würde ich hier sicherlich noch einmal hingehen. Und DAS will schon was heißen ;)

Wednesday, 15 July 2009

EXAMENSPARTY! auf dem Balkon

Mittwoch.

Dieser Kühlschrank ist voll. Es ist leider nicht meiner, aber Teile des Inhaltes sind mein Besitz *harhar*. Es ist Mittwoch und der Großteil der OTAs hat am heutigen Tage das mündliche und abschließende Examen abgelegt. Ein Grund zum Feiern und keine Zeit großartig einzukaufen, da diese zum Techno-Partyen auf dem Balkon zum Leidwesen aller Nachbarn im Umkreis von 1,5 km genutzt werden muss!

Donnerstag.

Jeden Donnerstag postiert sich ein verführisch duftender Hähnchen-Grill-Wagen vor dem Supermarkt um die Ecke. Und als wenn es nicht alle schon wüssten, preist er seine Grilltiere als "gesunden, kalorienreichen Snack" an. Haha, also wenn ich mal so zwischendurch ein halbes Hähnchen snacken würde, ließe die Adipositas permagna wohl nicht allzu lange auf sich warten. Aber zur Feier der Tage und da wir alle immer noch keine Lust auf einkaufen geschweige denn kochen hatten...warum nicht?!

Thursday, 9 July 2009

NCH im UKE

Morgen bricht mein vorerst letzter Arbeitstag an. Ich wiege mein Gefallen an der Abteilung stets mit Torten, Kuchen & diversen anderen Nahrungsmitteln auf. Die Neurochirurgie ist dabei eine der besten Abteilungen, daher gibt es morgen leicht modifizierte Cantuccini-Törtchen , Melt-in-your-mouth-Chocolate-Muffins und Sesam-Karamell (gekauft).
Und für meine werten Leser mal einen Live-Blog:

21:19 Uhr: Rezepte im Internet suchen
21:32 Uhr: Schnell noch bei Sky einkaufen (hat bis 22 Uhr auf)
21:59 Uhr: Erstmal Lasagne in den Ofen schieben und Emails checken & beantworten
22:17 Uhr: Zwieback für den Kuchenboden zerkleinern, mit flüssiger Butter mischen und für 30 Minuten in den Kühlschrank
22:23 Uhr: Prinzessin klingelt und wir gehen auf den Balkon zum Rauchen
22:46 Uhr: Emails checken & beantworten; kurz beim Pennergame vorbeischauen (Mist, Kampf verloren)
22:50 Uhr: Verdammt, Lasagne leicht verbrannt, aber noch essbar
22:51 Uhr: Beginne, Lasagne zu essen und schaue nebenbei youtube-Videos (am quite attracted to Frank Schätzing)
23:02 Uhr: Lasagne verspeist (esse zu schnell, hoffentlich gibt das keinen Reflux), kurz telefonieren; ist die halbe Stunde eigentlich schon vorbei?
23:03 Uhr: Beim Stichwort "Reflux" fällt mir ein: muss dieses Wochenende irgendwann noch Power-Point-Präsentation erstellen
23:04 Uhr: Rechte Schulter juckt; sehe im Spiegel, dass ich Mückenstich auf Schulter habe! Mache mich auf Killer-Suche nach Mücke.
23:06 Uhr: Gebe Mordgedanken auf, dafür Pflaumenmus auf den gekühlten Boden
23:10 Uhr: Ab in den Kühlschrank; argh! Brauche Pummelos Rührgerät; hoffe, sie schläft noch nicht
23:11 Uhr: Pummelo schlief schon, habe Rührgerät trotzdem nun in meinem Besitz *harhar*
23:25 Uhr: Frischkäsemasse fertig! Muss raus in Küche, um Backofen vozuheizen. Ist kalt und bisschen gruselig, wegen Psychonachbar aus 305. Aha! Und Zähneputzen nicht vergessen, weil vorhin Mars-Bar genascht.

Zwischenbericht.

23:43 Uhr: Kuchen im Ofen; ab zum Spülen!
23:55 Uhr: Erste Ladung fertig! Nun Lieblingsbeschäftigung: Schokolade schmelzen...
00:07 Uhr: 200 gr Schoko + 200 gr Butter...
00:29 Uhr: Schaut gut aus!
00:37 Uhr: Endlich Geschirrberg weggespült. Werde in Zukunft Essenreste nicht mehr 'ne Woche antrocknen lassen...
00:52 Uhr: Kuchen ist seit über 1 Stunde im Ofen und immer noch nicht fertig. Langsam wird's langweilig. Werde mal meinen Oberarzt googlen. Und Emails checken (leichte Zwangsneurose).
01:02 Uhr: Habe Kuchen rausgeholt und Muffins reingeschoben ohne mich zu verbrennen. Wow!
01:50 Uhr: Minimuffins sehen sehr sehr eigenartig aus...habe restlichen Teig in Minispringform gepackt.
02:02 Uhr: Minimuffins sehen aus wie getrocknete, chinesische Pilze!
02:12 Uhr: So. Das Ergebnis liegt vor: 1 Käsekuchen, 6 Brownies in Herzform (haha), 12 Minimuffins, die aussehen wie dehydrierte Pilze und 1 Minischokokuchen. Schlafen ist ja sowieso Zeitverschwendung.

[EDIT: Da die Kuchen leider leider in meiner Pause schon verzehrt waren und ich keine Möglichkeit der visuellen Sicherung in Form von Photos anfertigen konnte, hier nachträglich ein Bild meiner Post-Praktisches-Examen-Torte]

Choco-Crossies-Torte

Saturday, 4 July 2009

DOS AMIGOS in der Neustadt

Sonne + Essen = Glück.

Es war mal wieder Zeit für mexikanisches Essen. Wie schön, dass das Dos Amigos zwei Filialen in Hamburg unterhält, sodass ich meiner Philosophie der einmaligen Restaurantbesuche treu bleiben kann. Wie auch im Eimsbütteler Standort lässt es sich hier sowohl drinnen als auch im Freien speisen und trinken.
Und wieder bin ich der Cocktail-Karte einen Schritt nähergerückt. Sowohl der Strawberry & Banana (Erdbeer- und Bananenpüree, Creme of Coconut, Sahne & Ananassaft) als auch der Mexican Punch (pürierte tropische Früchte, Guavensirup & Säfte) waren frisch zubereitet und ausgesprochen köstlich!

Olé!

Besonders positiv sollte zuallerest der Service erwähnt werden, der ohne lange Wartezeiten die Speisen servierte. Passenderweise gab es zu Beginn Nachos mit einem Tomaten-Salsa-Dip. Meine Begleitung wählte die überbackenen Enchiladas mit Zucchini, Champignons, Paprika und Käsedip (durchaus lecker), ich wählte den Supreme Sizzler mit Black Tiger Shrimps, Rindersteak- und Poulardentranchen sowie frischem Gemüse. Sizzler werden in einer heißen Gusspfanne serviert und sind die Spezialität des Hauses. Dazu werden warme Weizentortilla und 4 verschieden Dips (geriebener Käse, Crema fresca, Guacamole und Salsa Roja) gereicht, wobei ich auf letztere Beiden auch hätte verzichten können. Die Guacamole hatte einen unangenehmen säuerlichen Nachgeschmack, die Salsa Roja dagegen überhaupt Keinen.
Der Sizzler an sich war großartig, Die Rinder- und Poulardentranchen kross gebraten und gut gewürzt, die Shrimps sogar in mehrfacher Anzahl anwesend. Einzig die in Öl schwimmenden Paprikastücke sind möglicher Kritikpunkt. Aber das ist eben mexikaniches Essen.

Dessert.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie satt mexikanisches Essen - trotz anfänglicher Skepsis ob der Portionsgrößen - macht. 3 Weizentortilla reichten vollkommen aus, bei größerem Appetit kann man nachordern. Platz für's Dessert blieb jedenfalls nicht, die laut Karte sowieso recht unspektakulär erschienen.
Stattdessen gönnten wir uns im Foyer des Thalia Theaters Pralinen von NEUHAUS: Manon Choco Vanille mit Vanille-Buttercreme und Pecanuss.

Fazit:Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Genau das Richtige, wenn man sich in angenehmer Atmosphäre für wenig Geld mal wieder ordentlich satt essen will ;)

Monday, 22 June 2009

SCHRÖDERs KARTOFFELHAUS in der Schanze

Ich besuche ja äußerst selten mehr als ein Mal ein Restaurant. Entweder muss das Essen dort sensationell köstlich oder auf einer pfiffigen Geschäftsidee aufgebaut sein.
So wie das Kartoffelhaus in der Schanze, welches jeden Montag ein All-You-Can-Eat-Pfannkuchenessen anbietet. Der langjährige Leser erinnert sich an meine Begeisterung beim ersten Mal. Und glücklicherweise hat sich abgesehen von einer leichten Preiserhöhung von 4 auf 4,90 Euro auch nicht viel geändert.

Der Zettel zum Glück.

Das Prinzip ist simpel wie genial: Auf den ausgelegten Zetteln werden bis zu 3 verschiedene pikante oder süße (oder beides?) Zutaten angekreuzt, mit denen die Teigfladen belegt werden sollen. Zur Auswahl stehen verschiedene

- Fleischsorten, wobei man eher von kleingeschnittenem Aufschnitt sprechen muss
- Gemüsearten
- Käsevariationen
- Beeren
- Vanilleeis, Nutella und Apfelmus.

Die Pfannkuchen wurden, trotz des sich langsam füllenden Restaurants, zügig und heiß serviert.

Meine Pancakes ;)

Wir konnten uns jedoch des Gefühles nicht erwehren, dass die Beläge proportional zum Fortschreiten des Abends an Masse verloren. Mit anderen Worten: Alles wurde weniger. Besonders die Kirschen waren zum Schluss hin eher undefinierter, aber süßer Matsch mit Kirscharoma.

Nach durchschnittlich 4 bis 6 Pfannkuchen war dann auch Schluss mit lustig. Ein kleiner Verdauungsspaziergang und ein Absacker in der Katze waren jetzt genau richtig. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob das Café tatsächlich so hieß, aber warum sonst die Katzen everywhere?!

Pancake-Gang.

Fazit: Immer wieder gerne fresse ich mich in uriger Atmosphäre an Pfannkuchen voll ;)

Friday, 19 June 2009

TAPAMÉ im Karolinenviertel

Verheißt Leidenschaft. Oder was?

Das Tapamé erscheint auf den ersten Blick kleiner als gedacht, im hinteren Bereich, der nicht sichtbar ist, befinden sich jedoch noch einmal die gleiche Anzahl an Tischen. An der rotgestrichenen Wand hängt das berühmte heißblütige Tango-in-der-Stierkampf-Arena-Bild, welches bei jeglichen Internet-Links gezeigt wird. Das Mobiliar ist in dunklem Holz gehalten, das Restaurant auch innerhalb der Woche gut besucht.

Pikante Tapas...(und noch pikantere Gespräche (ohne Abbildung) ;))

Das noch warme Knoblauchbutterbrot mit leckerer Aioli machte Lust auf mehr, die Tapas wurden sehr schnell in geschmackvollem Geschirr serviert. Wo fängt man bei 4 verschiedenen Gerichten an? Erstmal ganz klassich mit "Datteln und Pflaumen gefüllt mit Mandeln im Speckmantel". Todsichere Kombination, wobei mir die Pflaumen deutlich besser schmeckten. Datteln sind einfach doch zu süß, außerdem haben sie - wer hat es geahnt - Kerne!
Es folgte "Karamellisierter Babyoktopus mit Knoblauch und Dill" (leider nicht auf dem Foto). Entweder sind Babyoktopusse wirklich sehr klein oder sie wurden gnadenlos zerhackt und in einer Flüssigkeit serviert, die sich nach dem Kosten schlicht als "Öl" herausstellte, welche den süßen Karamellgeschmack zwar leicht neutralisierte, aber auch überdeckte. Der Oktopus an sich hatte eine erstaunlich bissfeste Konsistenz und war ohne das Ölbad dafür warmen Brot sehr lecker.

In der Psychologie haben wir schon gelernt: Wenn man Kritik übt, sollte man trotz allem mit den positiven Aspekten beginnen. Diese sind nun genannt, es folgt daher das "Hähnchen in Honig-Weißweinmarinade mit rosa Pfeffer". Ich erwartete mundgerechte krossgebratene Hähnchenbruststücke in entsprechender Sauce, serviert wurden 3 blass vor uns liegende Hähnchenkeulen. Der Geschmack war ähnlich fad, der rosa Pfeffer zwar sichtbar, aber nicht schmeckbar. Und auf ein Pfefferkorn, auch ein rosanes, beiße ich ungern. Zusätzliches Salz, welches den Genuss vielleicht etwas gehoben hätte, war nicht zugegen.
Getoppt wurde das Hähnchen jedoch von den "Venusmuscheln in Weißwein-Knoblauchsud". Nun habe ich natürlich keinen Vergleich, wie Venususcheln schmecken. Diese taten es jedenfalls nicht. Allein der Sud taugte als Tunke für's Brot. Wobei der Knoblauch auch eher in Spurenelementen vorhanden war.

Es ist immer Platz für ein Dessert.

Die Crema Catalana an Rosmarin war lecker. Sofern eine Crema Catalana wabbeligem Vanillepudding mit Creme Brulée-Zuckerkruste ähnelt, der Rosmarin-Geschmack konnte allerhöchstens erahnt werden. Gerade habe ich bei Rezepte-Wiki bezüglich des Geschmackes recherchiert. Anscheinend lautet die Antwort: "Ja". Demzufolge wäre sie lecker.

Fazit: Der Service war ausgezeichnet, die Kellnerin zuckte nicht einmal mit der Wimper als ich mein Gutscheinbuch zückte. Das Essen wurde sehr schnell serviert, die Atmosphäre angenehm. Das Essen - und ich gehe nun mal des Essens wegen in ein Restaurant - war leider unterdurchschnittlich. Vielleicht lag es an unserer Wahl, wenn jedoch 2 1/2 von 4 Tapas in Richtung "mau" gehen, gilt das Essen für mich als nicht gelungen.
Das Tapamé ist kein Restaurant, welches ich ein zweites Mal besuchen werde, dafür schießen die Tapas-Bars einfach in zu großer Anzahl aus dem Boden. Leider manchmal auf Kosten der Qualität.