Tuesday, 24 May 2011

AEHEM, EHEC & AHA.

- Ich habe einen EEHC-Keim auf meiner Gurke entdeckt? Habe ich nun EHEC und werde sterben?
- Herzlichen Glueckwunsch zu Ihrer bemerkenswerten Sehstaerke, aber der Keim heißt EHEC.


- Ich habe versehentlich eine ungewaschene Gurke verschluckt. Habe ich nun EHEC und werde sterben?
- Vermutlich nicht, aber es koennte sich ein leichtes Druckgefuehl in der Halsgegend bemerkbar machen.


- Ich bin magersuechtig und habe in einem Fressanfall eine ganze Gurke verfressen. Wovon bloß soll ich mich nun ernaehren? Habe ich schon EHEC und werde sterben?
- Richtige Magersuechtige muessen gar nichts essen. Wenn Sie eine Pseudo-Magersuechtige sind und einen Fressanfall bekommen, greifen Sie zu in Cola Light getunkte Wattebaeusche.

Gruene Terroristen.

- Ich habe keine Frau, die meine Rohkost waescht. Muss ich jetzt heiraten oder ist es sinnvoller EHEC und den Tod in Kauf zu nehmen?
- Eventuell genuegt es sich fuer den Zeitraum der Seuche eine Lebensabschnittsgefaehrtin anzuschaffen.


- Meine Lebensabschnittsgefaehrtin versorgt mich mit Nahrung. Sie ist eine Kuh. Muss ich sie und ihre Milch nun vernichten oder koennen wir weiterhin in einem Bett schlafen?
- Was haben Sie in einem Bett zu suchen? Schlafen Sie gefaelligst im Stall!


- Ich verspuere nach dem Genuss einer ungekochten Gurke einen Drang in der unteren Bauchgegend? Habe ich nun EHEC und werde sterben?
- Checken Sie in einer geeigneten Sanitaeranlage ein. Planen Sie dafuer genug Zeit und Lesematerial ein. Oeffnen Sie das Fenster.


- Ich habe prophylaktisch 2 Liter Salzwasser getrunken, um dem Fluessigkeitsverlust vorzubeugen. Nun verspuere ich Uebelkeit. Habe ich EHEC und werde sterben?
- Trinken Sie noch 2 weitere Liter, eventuell stellt sich die Uebelkeit von selbst ein. Alles andere uebrigens auch.


- Ich habe meine 2te Niere vor 4 Jahren bei eBay versteigert. Bin ich anfaelliger fuer EHEC, habe ich vielleicht schon EHEC und werde sterben?
- Sofern Sie das Geld noch nicht fuer Koks & Nutten ausgegeben haben, nutzen Sie es und wandern Sie aus dem Seuchengebiet aus!


- Ich habe heute Abend noch nichts vor. Kann ich mich in mich ins Uniklinikum mit Verdacht auf EHEC einweisen?
- Sie werden nicht allein sein.

Thursday, 19 May 2011

Die Wurzel allen Uebels.

Spaetestens seit dem Film "7" kann der Großteil aller Bundesbuerger die 7 Todsuenden aufzaehlen. Wie war das noch gleich? Habgier, der erfolgreiche Anwalt, der an seinen erzwungenen Selbstverstuemmelungen stirbt, Stolz, das Model, welches den Tod der koerperlichen Entstellung vorzieht, Faulheit, gut, das kennen wir alle. Ueber Neid, Zorn, Wollust kommen wir zu meiner Lieblingstodsuende: Maßlosigkeit.

Maßlosigkeit. Es gibt wohl keine bessere Demonstration der Tatsache als...eine Tuete Chips. Ist es eigentlich moeglich eine Tuete Chips jeglicher Gewuerzmischung n-i-c-h-t komplett zu leeren, sei ihr Volumen nun 100, 150 oder 200 g? Welchem gewoehnlichen Sterblichen gelingt es nach der auf der Packung gekennzeichneten 25 g-Portionsgroeße zufrieden die Tuete zu schließen und sich den wichtigen Dingen im Leben zu widmen. Sind 25 g ueberhaupt ein relevantes Maß, wenn es um Nahrung geht oder bewegt man sich dann schon im Spurenelementenbereich?

Wie dem auch sei, ich habe es geschafft! Ich habe eine Chipstuete kurz nach dem Oeffnen wieder geschlossen, beiseite gelegt und mich wichtigen Dingen zu widmen, i.e. dem Schreiben dieses Blogeintrages. Doch hier erst einmal das Fundstueck des Tages:

Eine Tuete Gesundheit.

Da laeuft einem ja das Wasser im Munde zusammen! Hand Cooked Vegetable (Beetroot, Parsnip & Carrot) Chips. Wenn das nicht DIE gesunde Alternative zu den ueberfetteten, uebersalzenen und Maßlosigleit-foerdernden Kartoffelchips sind! Und die Aussicht darauf Rote Beete einmal im Leben in einer praktischen Form zu essen, ohne Gefahr zu laufen sich die weiße Seidenbluse auf ewig zu ruinieren, allein DAS ist schon Kaufanreiz genug!

Farbenfreude!

Die handgeernteten, handgeschnitzten und handgekochten Scheiben schmecken. Nur nicht gut. Erdig und leicht salzig und durch den hohen Staerkegehalt sogar leicht sueß. Man kann durchaus die verschiedenen Gemuesearten herausschmecken, zudem gibt die Farbe einen dezenten Hinweis auf den Geschmack. Aber: Rote Beete schmeckt frisch besser, Pastinake schmeckt frisch besser und Karotte, nun gut, die muessen halt existieren fuer die Augen und Magersuechtigen zum Knabbern.

Dennoch gibt es auch positive Aspekte: Es wird tatsaechlich nur Wurzelgemuese, Oel und Salz verarbeitet, ist geeignet fuer Veganer und Glutenunvertraeglichkeiten, absolut natuerlich und ohne jegliche Manipulation des Genmaterials und wahrscheinlich besteht die Verpackung ebenfalls aus gepresstem Wurzelgemuese und kann im Anschluss verkoestigt werden. Zudem ist sie gespickt mit Lebensweisheiten ("Our chips can be eaten as part of a healthy common sense diet along with plenty of broccoli and lots of exercise.") und es sei gesagt, dass ich ansonsten ein großer Fan von TYRELLS bin.

Auf der anderen Seite wiederum schmecken diese Chips nicht. Und da sie wie jede anderen Chipse eine Fett/Gesamtgewicht-Ratio von rund 30%, dazu aber null (guten) Geschmack aufweisen, laesst sich mein Koerper partout nicht davon ueberzeugen Wurzelgemuese in derartiger Form zu konsumieren. Zumal Rote Beete in heißes Oel zu werfen schon an sich seltsam ist (viel zu viel Fluessigkeit!). Zumal diese Chipse jeglicher Logik widersprichen wonach Objekte in heißes Oel geworfen proportional an Geschmack zulegen. Und zumal ich gar keine weiße Seidenbluse besitze.

Friday, 29 October 2010

TIBET in Altona.

Liebe Leute, nehmt langsam Abschied von unschoenen Fotos, im Daemmerlicht ohne Blitz aufgenommen, verwackelt, mit einem Bildrauschen, welches jedwedes Magenrauschen uebertoent. Auch wenn rot eine fantastische Farbe ist, muss doch nicht jedes Foto einem roetlichen Gewaber aehneln wie unserem Innersten, welches zwar letztendlich des Fotografierten habhaft sein wird, jedoch das Auge zuvor umso mehr verwoehnt werden muss.

Abschied nehmen kann auch B-Punkt, vom Lernen und Studieren (fuer die Uni). Nach einem grandiosen muendlichen Abschluss am Ende der Welt (aka AK Altona) und anschließendem Sektempfang machten wir uns auf den Weg Richtung TIBET, einem Restaurant auf dem Dach von Altona. Wie alle heimlichen Schaetze dieser Welt liegt auch dieses ein wenig abseits des Trubels, dank eines ortskundigen Kioskbesitzers, der unter ausfuehrlichem Koerpereinsatz eine sehr brauchbare Wegbeschreibung lieferte, fanden wir den gewuenschten Ort.

Willkommen in Tibet, wo Schuhe nicht noetig sind und man sich derer vor der Nahrungsaufnahme entledigt. Da wir als eine mehr als 10-koepfige Gruppe angekuendigt waren, bekamen wir den Platz unter dem schweren Stoffbaldachin im hinteren Teil des Restaurants.

Ein an sich schon vollwertiges Mahl.

Sieht er in seiner weiten Tasse und der unscheinbaren beigen Farbe nicht unglaublich unschuldig aus? Der Salztee mit Butter und Milch glich einem gewoehnlichen Milchcafé, aber noch bevor die Lippen den Tassenrand beruehrten, faedelte sich ein feiner, subtiler Buttergeruch ins Riechzentrum und loeschte kurzerhand die restlichen Sinne aus. Bis der erste Tropfen die Geschmacksknospen beruehrte und eine Explosion hervorrief, die einfach wie genial war: Eine kraeftige Salznote, kombiniert mit dem schweren Aroma frischer, geschmolzener Butter und tibetischem Tee. Sehr voll (an Kalorien), sehr saettigend. Selten habe ich eine derartig gelungene Komposition gegensaetzlicher Geschmacksnoten erlebt.

Das Papadam-aehnliche Brot aus Kichererbsenmehl mit Salsa (offensichtlich ist hier nicht der Tanz gemeint) musste sich daher trotz gelungener Wuerze mit einem Platz in der zweiten Reihe begnuegen.

Ente gut, alles gut.

Im oben zitierten asiatischem Kultfilm wird empfohlen vor dem Genuss einer Ente dem vor sich liegenden und gebratenen Gefluegel nicht nur gut zuzureden, sondern ebenso auf dem Weg zum Munde die nicht mehr vorhandenen Federn zu streicheln und so einen noch besseren Geschmack zu erreichen. Trotz dieses Insiderwissens unterließ ich genannte Aktionen und verspeiste meine Ente in Kokosmilch, Ingwer und Himalayagewuerzen ganz traditionell mit Gabel und Messer (auf Nachfrage haetten wir sicherlich auch Staebchen bekommen).
Es war sicherlich nicht die beste Ente meines Lebens, dennoch pendelt sie sich im oberen Mittelfeld ein. Der Kokosgeschmack nicht ueberdeutlich herauszuschmecken, recht scharf gewuerzt und optional die schaerfste Chilipaste, die mir je unter die Zunge gekommen ist. Sehr ordentlich in Geschmack und Portionsgroeße.

Das Lamm von D-Punkt war dagegen ein wenig zaeh, machte diesen Umstand aber durch eine wunderbar gelungene Kokosmilch-Ingwer-Sauce wett, die trotz gleicher Grundzutaten deutlich anders schmeckte als meine Entensauce.
Konkurrenzlos jedoch stemmte sich in der Saucenkonkurrenz P-Punkts Kokos-Ingwer-Erdnuss-Sauce an die Spitze. Der Preis fuer das sauberste Toepfchen geht daher ebenso an ihn.

Fluid Dessert.

Natuerlich beschlossen wir das Dinner mit einem Dessert. Da ich jedoch ein subjektiver, manipulierender Mensch bin, das Dessert (Molkebaellchen mit Pistazien und Nuessen) gegen des Rest des Essen eher unterdurchschnittlich war, sei es hiermit erst gar nicht erwaehnt und stattdessen auf den Digestíf als Abschiedsgruß des Hauses verwiesen. Letztendlich war es nur Fruchtsaft auf Sirup, aber die Farben! Und wir wissen doch ob des therapeutischen Einsatzes von Farben im Alltag.
Nicht verwunderlich also, dass wir sehr zufrieden das Restaurant in die kalte Hamburgernacht verließen, wo ein Hauch von Tibet in der Luft lag.


FAZIT: Das TIBET in Altona ist ein absoluter Geheimtip fuer alle, denen die orientalische Kueche zu schwer ist, fuer alle, die den Gewuerzen der indischen Kueche muede sind und dennoch auf der Suche nach raffinierten und dennoch leicht-schmeckenden Gerichten sind. Ich betone "leicht-schmeckend", denn leicht ist die angebotene Kueche aufgrund des umfangreichen Einsatzes von Kokosmilch und Erdnuessen nicht unbedingt.

Bei meinem naechsten Besuch - und wie oft suche ich schon ein Restaurant ein zweites Mal auf - werde ich wohl 2 Mal den Salztee und P-Punkts Sauce mit einer Portion Reis bestellen. Und Chilipaste.

Wednesday, 27 October 2010

ZALA am Rotherbaum.

Asiaten sind beruehmt beruechtigt fuer ihre Freundlich- und Grundhoeflichkeit, ihren Fleiß und...ihre Instinkte bei der Schnaeppchenjagd. Der moderne Asiate wuehlt heutzutage jedoch nicht mehr bei kik im Sockencontainer nach Angeboten, sondern laesst sich bequem per Mail ueber die verschiedensten Aktionen informieren, bezahlt per Paypal und loest die erworbene Dienstleistung meist auf den letzten Druecker ein. Einer der m.E. besten Schnaeppchenengines ist das bei Facebook entdeckte und mich seither taeglich informierende Groupon, frueher unter dem um einiges wohlklingenderen Namen "CityDeal" bekannt.

Das heutige Schnaeppchen beinhaltete ein 3-Gaenge-Menue im ZALA fuer einen Preis, den ich normalerweise fuer eine exzellente Vorspeise oder ein mittelmaeßiges Hauptgericht zahlen wuerde. Und der Gutschein beglueckte gleich 2 Personen!

----------------------------------------------------------------------------------

In E.H. Eriksons Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung beschreibt Freuds Schueler den Erwerb von Urvertrauen bzw. Urmisstrauen waehrend der ersten Lebensjahre und die Importanz dessen fuer den weiteren Lebensweg. Ein Beispiel:

Person X wurde schon gleich nach der Geburt in die braune Biomuelltonne gesteckt und musste sich von Bananen- und Zwiebelschalen ernaehren. Sein bester Freund war Maddin, die fette Made (der Name ist zufaellig und nicht nach bekannten Personen, sondern rein aus stilistischen Gruenden gewaehlt).

Person T erwarb durch die familiaere Liebe waehrend der ersten und darauffolgenden Lebensjahre nicht nur ein fundiertes Wissen ueber die Existenz verschiedenster Lebensmittel, sondern auch ein stattliches Gewicht, welches sie tagaus, tagein begleitete, aehnlich dem Urvertrauen, dass Essen und Menschen und die Welt und Essen und die Natur und die große Spinne und der Wind und das Feuer (eingeschraenkt) und der blaue Himmel und die Sonne und das Meer und die Luft GUT sind. Primaer aber, dass Essen gut ist.

Wie werden Person X und Person T auf oben erwaehnten Groupon-Gutschein reagieren?

a) Fuer so wenig Geld kann es nur minderwertiges Essen geben. Wahrscheinlich schneidet mir der Koch seine Zehennaegel ins Essen und behauptet es waeren spezielle in Hoehlen geerntete Pilzsporen. Zudem belegt mich die vierte der sieben Frauen des Besitzers mit einem indischen Impotenz-Fluch. Ich werde das Geld stattdessen in ein Jamba-Jahres-Abo investieren.

b) Hauptsache Essen.

First.

Wenn ich eine Friteuse besaeße, wuerde ich auch meinen rechtsdrehenden Joghurt frittieren. Denn in Fett ausgebacken schmeckt alles einfach besser. Warum wohl werden in fernoestlichen Laendern Insekten stets in siedenem Oel ausgebraten, wenn sie doch schon von Natur aus mit einem fantastischem Geschmack gesegnet waeren?

Selbst Gemuese schmeckt besser. Diese nicht naeher definierbaren, in Kichererbsenteig ausgebackenen Pakora koennten Broccoli, Kartoffel und Karotte sein koennen. Muessen es aber nicht.
Das Papadam dagegen war klar erkenn- und schmeckbar. Der erstaunlich scharfe Geschmack ließ sich mit den ueblichen dreierlei Saucen in Gruen (Minzdings), Weiß (Kokosminzdings) und Rot (Tomatechiliminzdings) daempfen, wenn man es denn wollte. Oder man loeschte das Feuer in der Kehle mit einem Schluck salzigen Lassis (= Ayran = Dough). Oder man sucht nach einem noch schaerferen Stueck Papadam, welches die vorangegangene Schaerfe relativiert.

Three of Second.

Als Hauptgang wurden gleich 3 Gerichte in den typischen orientalischen Behaeltnissen serviert. Stets fragt man sich, ob man mit der geringen Menge an Nahrung ueberhaupt satt werden koennte. Und stets wird man eines besseren belehrt und kann schlussendlich nur mit Muehe den Rest der Sauce aus dem Toepfchen lecken (Metapher).

1) Unerkennbar zur linken ein vegetarisches Gericht in der ueblichen currylastigen Sauce mit dem Hauch von Kokosmilch. Vegetarisch esse ich freiwillig nur im MAHARAJA oder wenn mich die politische Korrektheit meines Gegenuebers dazu zwingt. Die Sauce war saemig und das Gemuese essbar.

2) Ein Lammgericht bildete unerkennbar in der Mitte den zweiten Teil des Reigens. Auch hier die typische currylastige Sauce mit dem Hauch von Kokosmilch, nur anders. Das Fleisch war ein wenig zu zaeh, aber immer noch besser als vegetarisch.

3) Viele werden sich beim Anblick des Photos gefragt haben, was wohl der roetliche Haufen rechts im Bild sein mag. Das war Huehnchen. Sehr rotes und sehr salziges Huehnchen. So salzig, dass es fuer chronische Hypotoniker ideal waere, ansonsten nur in Kombination mit viel Reis und der currylastigen Sauce mit einem Hauch von Kokosmilch genießbar war. Das beigelegte Gemuese versenkte ich in der currylastigen Sauce mit einem Hauch von Kokosmilch von Gericht 1) und beließ es dort. Das Farbspiel von Rot und Curry war beeindruckend.

Bit of Third.

"Bisschen wenig" war der Gedanke, der durch meinen Kopf schoss als das Dessert unseren Tisch erreichte. Der Gedanke blieb hartnaeckig ganz hinten im Schaedel verankert, waehrend ich mir loeffelweise den Grießkuchen mit Nuessen und Rosinen in warmer Vanillesauce mit kleinen Bourbonpunkten einverleibte. Beim ersten Loeffel, beim zweiten Loeffel, selbst nach dem dritten Loeffel wollte der Gedanke nicht verschwinden. Einen vierten Loeffel gab es schon nicht mehr, das Dessert war vor meinen Augen in meinen Mund verpufft. Dafuer blieb der abstruse Gedanke der gewollten Voellerei in meinem Kopfe haengen.


FAZIT: Indisches Essen ist eine feine Sache. Dennoch erkennt der feine Gaumen die feinen Unterschiede des feinen indischen Essens. Sofern man keine ueberraschenden Geschmacksnoten bzw. Geschmacksexplosionen erwartet, wird man von einem Besuch im ZALA nicht enttaeuscht sein. Wir hatten einen Tisch fuer 2 im toten Winkel des Tresens reserviert. Gut fuer private Gespraeche, schlecht fuer den Service, der uns nach Beendigung der Vorspeisen ueber 30 Minuten auf das Hauptgericht warten ließ. Trotz dessen, solider Service, solide Kueche und solide Preise. ZALA? Ich zahle.


[Wer nun die Lust verspuert selbst auf Schnaeppchenjagd zu gehen/gehen zu lassen, bitte Mail an mich, zwecks Empfehlungsprovision (irgendjemand muss meine Fresskapaden finanzieren).]

Sunday, 24 October 2010

TURKISH FOOD in Hamburg.

Wir freuen uns, wenn A-Punkts Papa auf dem Weg nach Kiel zu A-Punkts Schwester einen Stop bei A-Punkt herself in Hamburg macht, um Pakete von A-Punkts Mama und Tanten mit handgemachten, tuerkischen Spezialitaeten abliefert, die wir in gemeinsamer Sonntagsrunde vernichten.

Noch waehnt sich das Essen in den Toepfen in Sicherheit.

Praktischerweise mussten nur Herd und Mikrowelle angeschmissen werden und schon nach kurzer Zeit waren wir bereit, Geschenke aus A-Punkts Heimat zu verkoestigen. Praktischerweise ist A-Punkt zudem eine ausgezeichnete Gastgeberin, sodass wir - bis auf Wein- und Getraenkeauswahl - kaum etwas fuer unser Essen tun mussten. Ich fuehlte mich ein wenig "faul", aber wenn man einmal miterlebt hat wie A-Punkt in der Kueche agiert, reift die Erkenntnis, dass sich jegliches Eingreifen nur stoerend auswirken wuerde. Ferner BIN ich faul.

Von allem ein bisschen (viel).

Im Uhrzeigersinn: Mit Reis und Fleisch gefuellte Weinblaetter-, Weißkohl- und Auberginenroellchen, Polentaschnitten unter Parmesandecke (der Auslaender auf dem Teller), eine große Anhaeufung an Manti mit Joghurt und Tomaten-Chili-Paste und nicht mit auf dem Bild (nicht aus diskriminierenden Gruenden) die von mir heißgeliebten Maroni.

Gefuellte Weinblaetter sind mittlerweile Klassiker, mein Favorit war allerdings die Weißkohlvariante, die ein wenig mehr Frische mit ins Spiel bringt. Die an sich recht geschmacksneutralen Polentaschnitten wurden durch eine großzuegige Schicht von geschmolzenem Parmesan zu einer tollen Beilage, Highlight ist und bleibt aber - an dieser Stelle wird mir P-Punkt zustimmen - Manti. Mini-Ravioli mit einer Rindfleischfuellung, die in ihrer Herstellung unglaublich aufwendig sein muessen. Dafuer wird man mit einem Ergebnis belohnt, welches wie ein Haufen Edelsteine aussieht und noch besser schmeckt.

Einer fehlt.

Waehrend wir uns nichtsahnend die Baeuche vollschlugen, warteten draußen im Garten geduldig unter einer Schicht von Alufolie kleine Ueberraschungen, die L-Punkt gebacken hatte.

Gefunden.

Die Cupcakes waren erstaunlicherweise leicht im Geschmack, die frischen Blaubeeren, von denen ich nicht wusste, dass sie Mitte Oktober noch dermaßen aromatisch sein koennen, taten ihr Uebriges dazu. Leider lagen sie wohl zu lange in der naechtlichen Eiseskaelte, wodurch der Teig an Elastizitaet verlor und recht "kompakt" schmeckte. Sehr schade. Frisch aus dem Ofen muessen diese Cupcakes besser sein als ein Schnaeppchen bei eBay.

Two and a half...cupcake.

Ich hasse die aehnlich benannte Sitcom. Aber diese Schaetzchen wuerde ich mir immer und immer wieder reinziehen. Erstaunlich, dass ueberhaupt Reste uebrig blieben, aber so ist das nun mal, wenn A-Punkt zum Essen einlaedt: Lieber zu viel als zu wenig. In diesem Sinne: Lieber zu viel Danke als zu wenig.

Wednesday, 20 October 2010

Neulich im Dienst.

An manch wundervollen Tagen, gerne auch als Schlaraffentage tituliert, betritt man den Aufenthaltsraum ganz hinten am Gang rechts und erblickt: Kuchen. Viel Kuchen. Sueßigkeiten, Kekse, Kuchen. Anlass kann ein Geburtstag sein, ein Abschied eines Auszubildenen, eine gelungene OP oder auch naechtlicher Backwahn.

Zum Zwischendienst um 10:45 Uhr erwartete mich einmal folgendes, wobei zu diesem Zeitpunkt sicherlich schon ein Viertel aller Kalorienbomben vernichtet und verdaut waren.

Schlaraffentisch.

Im Vordergrund der fantastische Philadelphia-Kiwi-Kuchen in mehrfacher Ausfuehrung, Muffins in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Kirschkuchen, Kirschtorte (einstoeckig), Kirschtorte (zweistoeckig), Mini-Dickmanns in rauen Mengen und ganz hinten versteckt mein Favorit, der Zwiebelkuchen. Dazu noch Schokolade, Weingummi, Schokolade mit Weingummi und Weingummi mit Schokolade.

Bedenkt man, dass meine ueber alles verehrte Kollegin S-Punkt dieses Aufgebot an Back- und Sueßwaren in zweifacher Ausfuehrung fuer 2 raeumlich getrennte OP-Komplexe zubereitete, insgesamt 23 Torten und ueber 100 Muffins innerhalb 24 Stunden zauberte und DAS ohne einen ordentlichen Dank erwarten zu koennen...unglaublich.


Ein Dienst kann aber auch ganz anders aussehen: Das Essen sicher im Bereitschaftszimmer gelagert, man selbst aber leider sicher noch stundenlang im OP. Solange das Adrenalin durch die Adern rauscht, vergisst man jegliches Hunger- oder Muedigkeitsgefuehl, aber wehe, man kann sich mal 10 Minuten ausruhen.

Kalt ist das neue Heiß.

Es gibt Kollegen, die ziehen die Arbeit an. Es gibt auch Kombinationen, die Arbeit mehr anziehen als Lady Gaga ihr Fleischkleid. So kann ich mich bei einem Dienst mit R-Punkt grundsaetzlich auf lange Stunden im OP und zwischendrin ein paar Minuten Zeit fuer kalten Cous-Cous-Salat oder kalte Oel-Schupfnudeln gefasst machen. Natuerlich wird das Fressgelage postoperativ im Bereitschaftszimmer nachgeholt, aber dennoch...

Sunday, 17 October 2010

Sugar High Sunday.

Warum muss man an einem Tag wie dem Sonntag auch noch schwerwiegende Entscheidungen treffen? An einem Sonntag sollte alles smooth und entspannt ueber die Buehne laufen, aber es begann schon gleich am Anfang: Vanille-Roibusch-Tee oder Karamell-Tee? Katzentasse oder Comictasse? Pflaumen-Zimt oder Apfel-Zimt-Cupcakes? Silberstreusel oder Schokocrispkuegelchen?

In solchen folgenschweren Situationen empfehle ich die Option: Alles.

Es macht nicht mal vor den Photos halt!


I had them all.

Der Teig war bei beiden Cupcakes identisch, der Unterschied lag im Frosting und der Zuckerdekorationen. Mit einem Biss sowohl in den Pflaumen- als auch in den Apfelcupcake (hintereinander) wurde ganz klar der Herbst mit einem leichten Hauch von Weihnachten eingelaeutet. Der Kontrast zwischen dem Teig mit kernigen Haferflocken und dem wunderbar smoothen Frosting war großartig und ließ die natuerliche Zuckerschockgrenze ein wenig weiter in die Ferne ruecken.

Cupcakes with a touch of sun.

Es war einer der letzten goldenen Oktobertage. Welch' schoener Nachmittag mit Freunden, Gespraechen und Comfort Food. Es liegt noch ein langer Winter vor uns, Maedels...